Thais. Einfach nur Thais. Ohne Zusätze.

Kleiner Aufreger zum Wochenauftakt, folks. Zwei Sachen, die mich an dem oben hingekrickelten, leider aber in letzter Zeit sehr oft, allzuoft, gelesenen Textfitzel … sagen wir stören. Shooting. Das arme Kind. Dahingemetzelt. Leute. Shooting hat was mit Waffen zu tun. Unter Fotografen und Videomachern und Filmtrupps : shoot. Schlicht shoot. Setz mal bei google die Sprache auf englisch. Lass nach « fashion shooting » suchen. 0.00015 Sekunden, anderthalb Millionen Treffer. Alle aus dem deutschsprachigen Raum. Merkst was ? Und jetzt « fashion shoot ». Aaaaah ha ! Alles aus der englischsprachigen Welt. False friend.

Das zauberhaft darf der geneigte Leser auch gern durch ein fabelhaft, toll, bezaubernd, verzaubernd, umwerfenden oder sonstigen Huldigungen ersetzen. Ditto den Mädchennamen dahinten. Irgendwas. Aber keinen Jungsnamen. Bei deren Bildern heisst das einfach nur « Horst ». Oder Erwin. Aber auf gar keinen Fall sind die toll, betörend, hinreissend oder sonstwas. Das sind immer nur die Mädels. Dicke Hupen ? Zauberhaft. Grenzdebil halboffener Mund ? Hinreissend. Bildzeitungsniveau. Seite drei. Weil das Bild, welches dann gerne auftaucht, allerhöchstens Mittelmass ist. Der Titel spricht die sabbernden Urinstinkte an und damit hat der Rest gute Chancen, gehyped zu werden. Rote Dessous in der Felswand, dazu diesen Möchtergern-Schlafzimmerblick ? Kann man machen. Ob das aber nicht eher Richtung Boudoir und damit ins heimelige Kaminzimmer oder gar auf ein Bett denn in den Fels gehört ? Betörend. Völlig verrenkt irgendwo hingestellt, wo es irgendwie fehlplaziert aussieht. Umwerfend. Vor allem dieser tote Gesichtsausdruck. Verzückend. Denkt mal drüber nach. Über Inhalt und Titel. Das wäre in der Tat toll.

Ach ja : Schwarzpunkt ordentlich hochrupfen nicht vergessen. Atemberaubend.

In diesem zwinkernden Sinne eine schöne Woche ;)

One thought on “« Shooting der zauberhaften Serena »

  1. DAS spricht mir sowas von aus der Seele!
    »to shoot« mag sich allerorts im Sprachgebrauch eingeschlichen haben – in Bezug auf Menschen finde ich das immer noch haarsträubend, widerlich, nervig, unangemessen.

    Und mich erinnert das an einen meiner geschätzten Lehrer während meiner Zeit am Lette-Verein, der bei vorgelegten Porträts oft stirnrunzelnd und mehr oder weniger lautstark (Lautstärke proportional zur Zahl der Wiederholungen) anmerkte: »Tolle Repros – wann kommen die Porträts?«

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