Wenn ein shoot ansteht – und sei er auch noch so klein – gibt es ein paar Dinge, die im Hinterkopf bewegt werden möchten. Vorbereitung. Vernünftig gemacht, kann es ein entspannter Termin werden. In dieser Epside aus dem grossen Bereich der Portraitfotografie findest Du ein paar Hinweise. Sicherlich ist es nicht vollständig – Gedankenstützen.


Kleine Sticheleien vorweg

Dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass ich immer von « shoot » rede, statt vom beliebten « shooting ». Das ist falsch, selbst wenn das noch so eingedeutscht sein will. Kommt davon, weil ich nun doch so den einen oder anderen Job im Ausland gemacht habe. Arbeitssprache ist in der Regel englisch. Und die sprechen alle – wirklich alle – von shoot. « Shooting », das hat was mit Waffen und meistens auch viel Blut zu tun. Es ist die klassische Schießerei.

Im Bereich der Fotografie ist es ein fashion shoot, ein beauty shoot, ein portrait shoot. Glaubst mir nicht? Mach mal folgenden kleinen Test : Setz die berühmteste aller Suchmaschinen auf Suchsprache ‘english’ und tippel « fashion shooting » ein. Achte darauf, wo die Seiten herkommen, die da angezeigt werden. Merkst was? Aus dem deutschsprachigen Raum. Jetzt « fashion shoot ». BÄM !

« Shooting » entlarvt sich damit selbst als falscher Anglizismus. Übersetzungsschludrigkeit. Egal, was Dir die üblich verdächtigen « Wörterbücher » erzählen wollen, es ist falsch. Leider inzwischen unausrottbar im deutschen Sprachgebrauch, aber peinlich, wenn es ins Ausland geht. Geh mal in England in einen Laden und verlange für ein shooting ein handy, eine basecap und einen beamer. Sei schnell und halt die Fragezeichen überm Kopf des Menschen hinterm Tresen fest. Unbezahlbar, der Ausdruck. Der kennt nämlich all diese schönen Worte gar nicht. Hammer, oder ? Machs einfach « richtig ». Danke.
Eine Auflösung gibt es natürlich auch. Das hierzulande so beliebte handy ist ein cell(phone) oder portable oder mobile, die basecap ist im amerikanischen eine Sockelleiste, die noch auf die Fußbodenleiste kommt, die Mütze ist nach wie vor eine baseball cap und das, womit wir Bilder an die Wand werfen blieb ganz schnöde ein projector … Diaprojektor. Wie früher ;-)

Abends in der Weltgeschichte. Zwischenstop. Irgendwo geistert eine viertel Tonne Ausrüstung durch die Katakomben.

Als allererstes gilt es herauszufinden, wofür die Bilder sein sollen. Ganz ganz ganz ganz wichtig, sonst wird es schnell Murks und alle sind irgendwie unzufrieden. (Es ist schön, freie Hand zu haben, allerdings wird auf der anderen Seite meistens schon eine Idee im Kopf rumschwirren. Die – und eigentlich vorrangig nur die – gilt es dann nach allen Regeln der Kunst umzusetzen. Zaubern darf man, wenn das Standardzeug im Kasten ist.). Einige Stichworte : Corporate Identity, social media, Bewerbung, Werbung, einfach nur für die Liebste … Je genauer das beschrieben werden kann, desto besser kannt Du Dir eine Vorstellung vom Endprodukt machen, wie es auch den Kunden zufriedenstellen wird. Frag unbedingt auch nach der beabsichtigen Ausgabegrösse, denn danach bestimmt sich der Nachbearbeitungsaufwand. Stundenlange Retusche lohnt einfach nicht, wenn am Ende ein 400x400px grosses Konterfei für das Fratzenbuch rauskommen soll.
Aus dem « wozu » ergibt sich dann ganz beiläufig auch der Umfang der Nutzung. Aufhorchen, aufschreiben, Kostenkalkulation.

 
Die Blickrichtung ist nicht ohne

C., Paris 2014

Tip für lau: Wenn es Portraits beispielsweise fürs Netz werden sollen, wird es immens wichtig, in welche Richtung geguckt wird. Ist so. Geht der Blick aus dem Browserfenster raus, ist sofort Asche mit dem danebenstehenden Text. Der wird nicht mehr wahrgenommen. Psychologie. Bilder – und solche mit Gesichtern erst recht – gehen zuerst in die Aufmerksamkeit, danach die Buchstabensuppe. Spiegeln ist kein probates Mittel, wenn es auch nur im Ansatz um Aussenwirkung geht. Da fällt es vielen nämlich auf, dass der Mensch da jetzt in Natur und Fleisch und Blut und ganz reell vor ihnen « irgendwie anders aussieht, als auf der Internetseite ». Im Unterbewusstsein macht sich gleichzeitig ein kleiner Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit breit. Wer beim Konterfei schon mogelt, der frisst auch kleine Kinder. Mit Senf. Erklär solche Sachen Deinem wie auch immer gearteten « Auftraggeber » und Du kannst nur noch Kompetenzpunkte ernten. Weil Du auf solchen Kleinkram achtest. Im Werbezirkus ist es wieder was anderes, da wird vor allem bei kleineren Produktionen und abhängig vom Gesamtinhalt des Bildes lustig gespiegelt, je nachdem, auf welcher Seite im Heft das nun auftauchen soll. Da macht sich allerdings auch keiner einen Kopp, weil das Konterfei regelmässig in der Nachbearbeitung noch einmal so verfremdet und gebügelt wird, dass das eh keiner mehr einer bestimmten Person zuordnen kann. Ich bin böse. Ich weiss. Bei corporate identity ist es von Beginn an ein Thema mit der Blickrichtung. Bei Klamottengeschichten für  « Modeschöpfer » ist es auch ein Thema, weil sich die Designer in der Regel was bei der Anordnung von Knöpfen und sonstigen Applikationen gedacht haben. Die mögen es im Anschluss eher nicht, wenn das durch eine Spiegelung nicht beachtet wird. Einfach im Hinterkopf behalten und Du bist ein Held.

 
« Thematische » Einordnung

So. Du hast also nach dem Sinn des Unterfangens « Portrait » gefragt und daraus ergibt sich der Rest. Fein ist, wenn die bevorstehende Aufgabe in ein Thema gepackt werden kann. Irgendwas. Nach einem Märchen, nach einer Geschichte, die irgendwann mal gelesen wurde, in Anlehnung an einen tollen oder sonst im Gedächtnis haftenden Film, zeitgeschichtlich (die 60er sind wieder im Kommen, im Jahre 2015), irgendwas. Ein Thema zu haben ist manchmal insofern von Bedeutung, als das die weitere Einflugschneise für die Gesamtstimmung des späteren Bildes bildet. Daraus ergeben sich manchmal bestimmte Räumlichkeiten, Orte, Requisiten, halt alles, was zum Ambiente, zum Drumrum so dazugehört. Ebenso rattert in Deinem Hirn Deine eigene Liste durch, was Du an Technik brauchst. Dein Notizbuch, die immer geduldig funktionierende Datenbank ;-) Und mach Dir bitte immer wieder bewusst, dass alles, was an Örtlichkeit, Elementen, Design und props eingesetzt werden will, das Portrait unterstützt. Such mal nach dem Bild, das Arnold NEWMAN von John F. KENNEDY gemacht hat, das mit den Säulen. Weisses Haus. Washington D.C.. Also Notizen machen.

 
Elektronische Helferlein

elektronischer Zettelkasten – meiner hört auf den Namen DEVONthink

Ich weiß, wir leben im elektronischen Zeitalter. Mach Dich schlau über die elektronischen Helferlein, die da so am Markt rumschwirren.

Digitale Zettelsammlungen, Lexika und Karten und Bilder und Filmchen und und und direkt als link oder Datei mit dahinter, durch die Luft mit Deinen Mitstreitern geteilt, was auch immer. Die durchdachten Systeme kosten allesamt Geld – mit den « freien » Versionen kommt man in der Regel nicht hin. Ich sag nur 60MB upload per Monat … die sind selbst mit kleinen Bildern ratzfatz aufgebraucht. Danach kostet das. Nicht zu knapp.
Tip : Wie auch bei Deinen Bildern liegt das A und O des Wiederfindens in der Verschlagwortung. Meiner Ansicht nach gilt : Je umfangreicher, desto grösser die Chance, dass die Suche erfolgreich ausgeht ;-) . Schreib alles als tag mit dran, was Dir in den Sinn kommt. Auch Gefühle. Als Adjektive. Die schon wieder.
Ich steh nach wie vor total auf Papier. Aber ich bin ja auch schon alt. Funktionierte schon zu Zeiten, da machte das Zwischennetz noch in die Büx. Klappt auch heute noch. Foto von den Seiten gemacht oder einen scan und ab dafür. Sortieren musst eh jeden Abend.

 
Location

Wo soll es stattfinden ? Immer wieder eine gute Frage. Wenn mir nicht ohnehin was vorgegeben wird, habe ich je nach Thema des shoots die ein oder andere Örtlichkeit im Hinterkopf gespeichert. Respektive in einem der vielen Notizbücher irgendwann mal notiert.
Mit offenen Augen durch die Welt ziehen gehört bei einem Fotografen einfach dazu. Während Deiner Touren um den Block den Blick schweifen lassen, die Zeit auch schon mal vergessen, rein in die Einfahrt, durch den Gang und neugierig sein, was sich so dahinter verbirgt. Wer weiß, vielleicht wird es einmal das i-Tüpfelchen sein, welches einem Bild das gewisse Etwas verleiht. So ganz am Rande fällt der berühmte « Plan B » dabei mit ab. Wenn irgendwas mit dem Wetter nicht hinhaut, ziehst den ganz locker aus der Tasche und murmelst verschwörerisch « Greifen wir zu Plan B. Wird etwas anders, aber genauso toll. » Hey, das ist professionell. Da fällt nichts ins Wasser. Obwohl auch das wahnsinnig Spaß machen kann, so im strömenden Regen. Kommt aufs Thema an.

 
Notizen Notizen Notizen

moleskine. Eine unerschütterbare Datensammelmaschine.

Also, finde ich einen Ort, der mein Interesse erregt hat, mache ich mir eine gar nicht mal kleine Menge Notizen. Was ist es eigentlich für ein Ort, was strahlt er für mich aus, was machen sich für Regungen in mir breit, während ich da auf Erkundung gehe ? Ruft der eine bestimmte Farbe in mir hervor ? Gerüche ? Erinnerungen ? Adjektive, Adjektive, Adjektive. Lass es auf Dich wirken und schreib es auf.
Notier Dir, wie das Licht fällt. Zu welcher Jahreszeit bist Du da ? Wie könnte es zu anderen Zeiten aussehen ? Himmelsrichtungen. Von wo kommt eigentlich die Sonne ? Wie hoch steht die ? Wann guckt die eventuell wann wo rein ? Heutzutage gibt es dafür als Hilfsmittel lustige Apps für die modernen Telefone, die eine Vorschau ermöglichen. Es sind sogar solche programmiert worden, da kannst ein Bild machen und Dir für ein x-beliebiges Datum den Sonnenlauf einblenden lassen. Ist vor allem dann sinnvoll, wenn draußen ein Baum droht, sich zu belauben und dann unter Umständen einen Schatten zu werfen. Lichttunnel und -taschen hast du auch noch nicht vollständig vergessen, oder? Super. Guck Dich um, schreib auf, ob sich da was anbietet.

Deine Datensammlung ist unschlagbar

Wenn ich die Möglichkeit dazu habe oder bekomme, finden sich in meinen Notizen auch sämtliche relevanten Daten eventueller Leute, die für irgendwas zuständig sind. Ich plauder mit denen, selbst wenn noch nichts akut ist. Vielleicht lassen sie dich auch schon mal einen eugierigen Blick ins Innere werfen. Dabei kann man wunderbest schon Modalitäten hinsichtlich Miete und so mit abkaspern. Lass Steckdosen nicht außer Acht. Das wird wichtig, wenn Du selber Licht mitbringst und das möglicherweise auch ein bisserle mehr ist, als üblich. Erkundige Dich, wo die Sicherungskästen sind und – ganz ganz ganz wichtig – wie die einzelnen Kreisläufe abgesichert sind. Guck Dir das an. Persönlich. Bräunlich wandernde Streifen in Wänden sind lustig, werden aber teuer, hinterher. Nicht fragen, woher …

An- und Abfahrtswege gehören ebenso mit in diese Informationssammlung, wie Ausrisse aus Stadtplänen. Dito, wo Autos geparkt werden können und ob es vielleicht fiese Parkzeiten gibt.

Darfst Du für einen Job selbst die Örtlichkeit aussuchen, sei durchaus mal verquer und verrückt. Fahrstühle sind toll. Lange Flure. Treppenhäuser. Finstere Durchgänge.

Kommt Dein Model mit eigenen Ideen um die Ecke – was im Grunde genommen absolut toll ist – machst Du, so irgend möglich, rechtzeitig vor dem shoot eine Ortsbesichtigung. Und die Notizen nicht vergessen ;-)

Hast eine größere Auftragsnummer am Wickel, die eventuell auch weiter weg ist, war da vielleicht schon ein location scout gegen teuer Geld für Deinen Kunden unterwegs. Besorg Dir seinen Kram, damit Du Dich zumindest visuell ein klein wenig auf die Geschichte vorbereiten kannst.

Wird der shoot zu einer Studiogeschichte, rufst da einfach an und fragst, was an Equipment und Örtlichkeiten vorhanden sind. Zur Not gondelst hin und stellst Dich schon mal vor. Schadet nie.

 

 Gib Dir selber ein, zwei Stunden Vorlauf, guck Dir alles noch mal in Ruhe an, bau auf etc. pipapo.

Sieht naturgemäß das anders aus, wenn Du das Model abholen sollst und Ihr da gemeinsam auftaucht. Dann wird es aber eh dauern, mit Maskerade und so. Wird schon. In der Zwischenzeit greifst Dir den Assi und fummelst schon mal das Licht zurecht, damit das dann auch zügig starten kann, wenn die Tür zur Asservatenkammer Schminkbude wieder aufgeht.

Wenn alles nicht machbar ist : Guerilla. Rein ins kalte Wasser und zur Not improvisieren. Dir wird was einfallen. Weiß ich. Weil Dir was einfallen muss. Führt kein Weg dran vorbei. Sorg dafür, dass ein Lieferwagen vorhanden ist. Tür auf, Lampen raus (Akkus geladen ? ), gleichzeitig wird das Mädel eingekleidet, *klickklickklick*, Lampe aus und rein, Mädel rein, Tür zu. Abfahrt. Alter Adrenalinjunkie, Du. Ich auch ;-)

 
Allgemein vorbereitende Maßnahmen – eine Checkliste

Das, was jetzt kommt, ist einigermaßen umfänglich, so, wie ich es für große shoots kenne. Hast Du eine Produktionsfirma in der Hinterhand, die Dir den Auftrag besorgt haben etc pp, dann werden die ihren Job wahrscheinlich auch richtig erledigen. Aber zur Sicherheit hak ich auch dann immer noch einmal alles Mögliche und Unmögliche in Gedanken ab und « erinnere » regelmässig daran, ob dieses und jenes auch läuft und vorhanden ist, wenn es denn ernst wird.
Hast Du das große Los gezogen, diesen Kram ebenfalls selber machen zu dürfen … Mach Dir stumpf eine Liste, druck sie aus, und streich weg, was Du hast. Erleichtert das Leben ganz erheblich.
Also, machen wir mal:

 
Kontaktpersonen

Für den shoot hast soweit erforderlich vor Ort eine Kontaktperson. Wenn ich hier so locker von «Kontakt» schreibe, dann meine ich das auch so. Mail, Funknummer, Büronummer, Anschrift, ggfls. Zimmernummer, Durchwahl. Halt alles, was die Erreichbarkeit irgendwie sicherstellt.
Gleiches gilt für Dein Team, falls Du die Sache etwas fetter aufziehst.

 
Ein- und Ausgänge

finde für die Location raus, wo Du / Ihr reinkönnt. Wenn das ein « hochoffizielles Haus » ist, werden das in der Regel die Hintereingänge sein. Aus eigener nerviger Erfahrung : Nimm diesen Punkt ernst. Sonst schleppst zweimal. Guck Dir die Hintereingänge und deren Zugänge ruhig ein klein wenig genauer an. Wäre nicht das erste Mal, dass sich da ganz ausgezeichnete locations finden lassen. Laderampen können wirken.

 
Aufzüge und Treppenhäuser

In den meisten Geschäftsgebäuden gibt es Lastenaufzüge, die für Zwecke wie den Deinen wie geschaffen sind. Finde raus oder lass Dir zeigen, wo die sich befinden und wie Du ran- und wieder wegkommst.

 
« Die Sicherheit »

Häufig wirst Du Deinen und die Namen Deiner Truppe beim Sicherheitspersonal oder – wie es auf neudeutsch so schön heißt – « Centermanagement » angeben und hinterlegen müssen. Ist nicht weiter schlimm; die Jungs kannst Dir zu Komplizen machen. Z.B. schon dann, wenn es darum geht, möglicherweise einen Tiefgaragenplatz in Aufzugnähe festzuzurren, zu irgendwelchen schlaftrunkenen Zeiten da rein- und rauszuwollen oder zu müssen, zu bestimmten Gebäudebereichen Zutritt zu bekommen. Behandel die ordentlich, die Leute, ansonsten hast Du keine Sonne. Die sitzen am längeren Hebel. Immer. Wie der Typ von UPS.

 
Genehmigungen und Trallala

Plan B

Für unvorhergesehenes Wetter oder zu viel Sonne, zu viele Wolken, Wasser aus allen Richtungen etc. hast Du einen Plan B in der Tasche. Ausweichlocation ist das Stichwort. Pferde vor Apotheken. Wär schön, wenn dafür nicht stundenlang durch die Gegend gefahren werden muss.

 
Check Deinen Krempel

Du packst Deinen Kram ein, zwei Tage vorher. Bei der Gelegenheit testest das Zeug auch noch einmal durch. Es beruhigt ungemein zu wissen, dass noch ein wenig Luft nach hinten ist, sollte was defekt sein.

Mach, wenn Du schon packst, die Sensoren Deiner Kameras sauber. Da ist immer Staub im Spiegelkasten. Murphys Gesetz. Wird es sehr staubig werden, kleb das Türchen zum Speicherkartenfach ab. Sieht albern aus ? Schreib-/Lesefehler sind albern.

Pack ausreichend Batterien mit in die Kiste. Und dann noch einen Satz. Nimmst Akkus, lade sie durch und nimm den Lader mit. Stöhn nicht auf. Nimm. Ihn. Mit. Wirf das Kabel gleich mit dazu. Überprüf Deine Funker, falls Du welche hast. Die meisten mögen es gar nicht, wenn die Spannung nicht stimmt und quittieren einfach den Dienst.

Warten.

Übersee ? Geile Sache. Vergiss den Weltstecker nicht. Das Vereinigte Königreich und Irland sind auch Kandidaten mit merkwürdigen Steckdosen. Wenn Du fliegen wirst, erkundige Dich bei der Airline nach media packages / media rates und wie die Voraussetzungen sind. Das kommt häufig billiger als Leihe vor Ort. Die Gewichtsgrenzen sind ürigens zum Niederknien. Und hab einen Ausdruck der policy der jeweiligen Airline mit. Oft genug kennen die eigenen Mitarbeiter am check-in das nicht ;-)

Während des Transfers des Equipments zur Location mag ich es persönlich nicht, wenn Optiken an die Kameras angeflanscht sind. Such die entsprechenden Deckel. Und frag lieber nicht, warum ich das empfehle. Es war nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Versicherung ist eine Sache und schön und gut, nützt Dir aber absolut nichts, wenn es losgehen soll und das Zeug ist im Eimer. Last minute-Leihe ist vor Ort eine Sache von sehr viel Glück und Geld, das nicht durchgedrückt werden kann.

 

Speicherkarten sind gerne mal für eine Überraschung gut. SD häufiger als CF aus eigener Erfahrung, aber Garantien gibt es auch bei denen keine. Mehrere kleine sind im Fall des Falles besser, als eine riesengroße (ich werde auch nie verstehen, wie Leute sich für irrsinniges Geld 128GB Dinger oder noch grössere kaufen können fürs knipsen. Die schieren Datenmassen, die da raufgehen und dann irgendwann auch mal weggelesen werden wollen. Ich hätt als zweiter Assi beim Film mal beinahe einen töten wollen, als er mir ganz zum Ende des Tages seine 64GB-Karte in die Hand gedrückt hat « zum eben mal schnell überspielen bitte danke ». Zweieinhalb Stunden hat der « Spaß » gekostet. Der Hass war ganz auf meiner Seite … ).

 

Sicherungsmedien. Schlepp mindestens eine externe Festplatte und einen (zweiten) Kartenleser mit. Zum einen, weil ich Speicherkarten als einzigem Medium nicht so recht über den Weg traue, zweitens beruhigt es, eine Kopie seiner Arbeit an einem zweiten Ort zu wissen. Ich speicher ganz gerne zwischendurch schon mal weg und dann, wenn wir mit der Arbeit durch und beim Abbauen sind. Spart dann hinterher die Zeit. Sicherungskopie auch dann, wenn ich tethered arbeite. Investier die paar Kröten – solltest Du für den Job bezahlt werden, lohnt das. Immer. Überschlag eben noch mal schnell, was der shoot nur heute über den Daumen gekostet hat, bis zum fiesen Geräusch. Das nochmal aus eigener Tasche, weil die Karte oder die Platte im Rechner abkackt ? Siehste.

 

Model- und Propertyreleases hast Du ein paar ausgedruckt dabei, auch wenn die eigentlich schon vorliegen sollten. Auf dem hochmodernen Telefon ist zwar schick und irgendwie hip, aber Papier ist einfach schneller und wird auch schlicht flotter unterschrieben. Ist so. Immer noch. Bestätigungen kannst dann immer noch per mail austauschen. Alles kein Ding. Ausserdem bleiben die Unterschriften authentisch. Im Gegensatz zu diesem Gekrickel auf dem Wischding. Oder wann hast Du das letzte Mal leserlich (also das, was Deine Unterschrift sein soll) auf dem Gerät vom Paketfritzen rumgemalt?

 

Ventilatoren von der Leihbude prüfst bitte auch rechtzeitig vorher. Nebelmaschinen, soweit sie zum Einsatz kommen sollen, erst recht. Die Dinger verkleben gerne und machen dann nüscht oder haben deutlich zuviel Power und bauen eine richtige Wand. Das dauert, bis die sich wieder lichtet. Frag einfach nicht. Mit Windquirl geht es auf jeden Fall merklich schneller. Einfacher in der Handhabung ist Trockeneis. Nicht ganz ohne, geht aber. ;-)

Ach ja, eines noch : Liebe geht durch den Magen. Sorg für ein ordentliches Catering. Eigentlich bei jedem Auftrag. Ist einfach netter, was zu Trinken in der Nähe zu wissen. Und was zu Kauen, wenn die Geschichte länger als zwei Stunden dauert.

 

So. Nun kann das aber losgehen ;-)

au studio. Paris.

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