
Sonntag.
Taggedämmer, noch eine Dreiviertelstunde. Blinzelnd weit oben sterniges Flackern. Das verspricht Kühle eines Frühlingsmorgen. Minusgrade. Unwillkürliches Frösteln. Gefiedertes Volk steckt Reviere ab. Sichern sie. Suchen die holde Weiblichkeit. Schüchtern vorsichtig lugen erste Sonnenstrahlen in die Wipfel, Knospenlast. Kitzeln, umschmeicheln mit trügerischer Anmutung von Wärme. Stumm flüstern sich Äste himmelwärts.
Blaugraue Augen tauchen aus der Tiefe auf, tanzen, wirbeln, verwirren. Wohlfühlen bereitet warm einen Überfall vor. Traumrest.
Du. « The Ballad of Lucy Jordan » summt gedämmt. Mit verschwommem warmen Wind um den Kopf. Graue, schöne Luft, schwere Wolken ziehen einfach durch. Fernweh. Pures Glück. Du bewegst dich leicht unter der Decke. Regelmässiges Atmen. Tief. Langsam regelmässig, andere Welt. Ein flüchtiges Lächeln. Neugier, meine, für und über was. Es bleibt dein Geheimnis. Ein Sonnenstrahl kitzelt im Auge, deine Nähe in meinem ganzen Sein. « Through Paris in a sports car with the warm wind in your hair ». Die Platanen beherbergen ein hüpfendes Paar Meisen. Im Efeu vor dem offenen Fenster raschelt sich die Spatzenschar für den Tag zurecht. Schwarzknopfiges Augenpaar aus buschig fuchsbraunem Fell beobachtet von gegenüber. Ein vorwitziger Lufthauch verfängt sich im Vorhang, hebt ihn wie deine Mundwinkel sachte nach oben. Dahinschmelzen mogelt glückstrunken Wasser in die Augen.

Noch einmal langmachen, recken, vorsichtiges Strecken, gemächlich rollendes Spüren des eigenen Körpers, ich will dich nicht stören in deiner entfernten Welt und denke mich dazu. Sanft die Hügelperlen deines Rückens, samtig weich überspannt. Le monde se tourne doucement vers l’orange. Duft aussendendes Haar in luftigen Wellen. Endloses Vertrauen.
Eine kuschelige Wolke träumender Nachtrest. Kleinbasaltiges Pflaster rubbelt nach dem Montmartre. Die Stadt liegt friedlich da. Die Mütze knapper über die Ohren, frische Luft in den Lungen. In der Ferne verliert sich das Rumpeln der métro. « Purple Rain » entschwebt schillernd aufwärts und zerplatzt sprühend. Ein Anflug von Gänsehaut umschmeichelt das Bein. « Wieder unter die Decke » drängt sich auf und verliert. Über Holzdielen leise tappend und angenehm kratzend dicker Pullover auf der Haut. Temperatur bleibt gefangen über Zehengymnastik. Bittermandelig-süsslich-würziger Duft flüchtet aus der Tüte, klappernd raschelnd rollen Bohnen in die Mühle. Verhalten wahrnehmbares Schattenspiel am Fenster. Ein kurzes Lärmen, malmende Explosion an Gerüchen. Nachgebend drückendes Verdichten im Träger, Druck baut sich stauend staunend auf. Röchelnd hastig dampfend drängelnd presst Wasser nach unten. Luft füllt sich mit Exklusivität, wandernd, schwebend halbdurchsichtig blass ägyptischblau verspielt wabernd über crèmebeladenden Tassen. Haselnussig blasig schimmernde Bräune macht sich auf den Weg zu deinem verwuschelten Ich. Höre dich rumoren, hastig, ein Rauschen und wieder zurück.
Drei, vier Schlucke schwarzes Gold, sachte klingelndes Klappern. Die Nase geschmeichelt, der Gaumen verwöhnt. Weiterschlafendösengeniessenewigbleibenwollender Blick zieht mich mit unter die Decke. Weit unten verschwimmt die Weite de la Grande Bleue. Blaugrau. Nothing else matters in a dustland fairy tale. Moonriver, what’d ya do to me ? Meine Arme finden dich und du drückst und hältst fest und formst dich ein. Füsse spielen neckend an meine. Das Leben ist wundervoll. Deinen Geruch einatmen. Zuhause.