

Da hockt sie einmal wieder auf dem Stativ, die treue F3. Metall, kühl und solide, wie ein schwarzer Stein, geformt und geschliffen von den Jahren. Ein Präzisionsinstrument. Aus einer anderen Zeit.
Jeder Druck auf den Auslöser wollte eine Absicht dahinter wissen, jedes Bild war eine Frage, die beantwortet wurde von dieser erst ungesehenen Magie des Lichts und dem Film. Schimmerndes Messing, wo meine Hände waren, das Geschlenker seine Spuren eingearbeitet hat. Dellen mit ihren eigenen Geschichten. Stilles Zeugnis einer langen gemeinsamen Reise über ungezählte Strassen und Wege und durch Landschaften, aus Studios, von Gesichtern, flüchtigen Momenten.
Ich führe sie ans Auge, spüre das vertauenerweckende Gewicht. Ihre Geschichte strömt bruchstückhaft, dann klarer werdend am inneren Auge vorbei. Eine, deren Teil ich sein durfte. Eine, die meine kreativen Ausflüge begleitet und erweitert hat. Beim Blick durch den Sucher ordnet sich die Welt wie eh und je, geschliffen, verfeinert, reduziert sich zu einem einzelnen Bild. Licht wird meine Version davon in die Silberemulsion malen.
Fotografieren, das ist von diesem Charme verzaubert und überzeugt zu sein, zu sehen, zu erinnern, das Vergängliche festzuhalten, zu bewahren. Hier und heute, in meiner Hand ist es mehr als nur eine Kamera, es ist ein vor langer Zeit geschlossener Bund mit dem Versprechen, sehen zu können, zu dürfen, zu wollen, Momente bezeugen, zu erinnern. Jeden Tag wieder. Meine Kameras und ich, wir sind mit- und aneinander gewachsen und werden es weiter tun.
Je t’m 🙂