8 juin 2026

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Im letzten Beitrag habe ich in einer Randbemerkung beiläufig erwähnt, dass dieser aktuell vorherrschende mainstream bei Bildern, mit verursacht durch die allgegenwärtigen Weichspülgänge und zunehmend die KI-Pfuschereien im Werbebetrieb ein ernstzunehmendes Problem wird bzw. vielfach bereits ist. Auf der top-notch Ebene tut sich etwas.

A Plus B Equals Jello

Das « Weichgespülte » lass ich mal raus, da geht es vor allem um schwindende Markenidentitäten, indem « alle » die gleichen Gesichter einkaufen und den fehlenden Mut, eine « klare Sprache » einzubringen. Überall die Angsthabenden im Hintergrund, sich gegen alles und jeden absichern zu müssen, bloß nirgendwo anzuecken … Nee, im gehobenen Bereich der Luxussegmente treibt die Angst um Glaubwürdigkeit die führenden und verantwortlichen Köpfe ganz gehörig um. Roland BARTHES ist aktueller denn je mit seinem « ça a été » in Camera Lucida. 
« So ist es gewesen » war lange Zeit unumstösslich bei (fast) jeder Fotografie, ein Bild « lügt nicht » und der Inhalt wurde als « so gegeben wie abgebildet » hingenommen, bis dessen Korrosion eingesetzt hat. Was im Hochglanzmagazin teuer ausgesehen hat, war (und ist) auch teuer, das war akzeptiert. Hinsichtlich des Produktes wie auch des ganzen Drumrum (meistens unbewusst, aber eine ganz diffuse Vorstellung ist da wohl gewesen, beim Betrachter). Akzeptiert war ebenfalls die Retuschearbeit und auch, dass es oftmals komplett « erfunden » war, ein nur für diesen shoot gebautes Set, neudeutsch wohl « fake ». Dieses Bild, das spiegelt eine « Präsenz » wider, legt Zeugnis ab von einem meist deutlich sechsstelligem Budget, einer Menge Zeit und Arbeit und noch mehr Hirnschmalz und Anstrengung aller daran Beteiligten. Mit Aufkommen dieser KI hat der Verfall an Vertrauen auf dieses Zeugnis mächtig Fahrt aufgenommen. Guck Dir in den « social media » die Kommentare zu den da eingespeisten Kampagnenbildern an. Inzwischen dauert es nur wenige Minuten ab online-Präsenz, bis die ersten « KI ? » mutmaßen. BAUDRILLARDs Simulacres et Simulation, erinnerst Du noch ? Schön.

Seit wenigen Monaten tut sich « ganz oben » etwas, keineswegs brachial, sondern sachte, ganz vorsichtig vor dem Hintergrund, eine Marke als Marke bestehen zu lassen statt zu demontieren. Angefangen mit zurückgenommener Nachbearbeitung bis hin zu « shot on film », Körnung drinlassen und oder sorgfältig einzubauen, mehr natürliches Licht und dessen « Flüchtigkeitsfehler » auch belassen. Weniger « poliert » oder so angehübscht, dass es nur von einem Menschen aus einem Kontext heraus stammen kann, denn von einem Algorithmus herbeifabuliert. Dieses « Persönlichkeit », ein punctum, von dem ich im letzten Artikel gesprochen habe. Wenn Du wirklich genau hinschaust, dann wirst Du es erkennen. 

In Vielem macht der gehobene Werbezirkus ja Sachen, die ein paar Jahre brauchen, bis sie an der knipsenden Basis ankommen und da dann Ewigkeiten lang zu Tode gequält werden. Ich sag nur teal and orange und Gels vor den Lampen und « colour grading » – mißverstanden als « Stil » und realiter nur nachgemacht, eine simple Kopie, keinesfalls was « eigenes ». Bei den Sachen mit « authentischer Persönlichkeit », « eigener Handschrift des Fotografen » ist es genau jetzt an der Zeit, diesen « neuen Trend » umgehend zu übernehmen. Denn Glaubwürdigkeit, das ist leicht erschüttert und braucht elend lange, wieder hergestellt zu werden. Lass den Schritt mt dem « erschüttern » einfach aus.




Sie nahm einen der Kekse, die ihr geschenkt worden waren. Er schmeckte nach staubigem Maisacker. Und etwas zu penetrant nach Kokos.



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