publié le 17 mai 2022

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  • 90% der Arbeit ist pre-production.
    Vertraue deinem Instinkt. Wenn dir dein BauchgefĂŒhl sagt, dass Location / Model oder Team doof ist, dann ist das meistens auch so und der Termin wird zu einem Albtraum.
  • Wenn du kannst : Hab einen heissen Assistenten / eine heisse Assistentin.
    Es nimmt dir als Fotografen so viel Druck.
    Selbst wenn Bilder « daneben » liegen, am Set wird es fĂŒr den Kunden schön sein.
    Es klingt doof, funktioniert aber. Finde raus, wer am Set was zu sagen hat, mach die Hausaufgaben. Pre-Production von eben.
  • Kaufe Hemden, die im RĂŒcken lĂ€nger sind, als vornerum.
    Sollte ein SelbstlĂ€ufer sein ; das MaurerdĂ©colletĂ© dem ganzen Team zu prĂ€sentieren wenn du dich bĂŒckst um das Bild zu bekommen, ist semi. Eigentlich weniger als semi.
  • Umgebe dich mit Leuten, die besser sind, als du selbst. Will heissen solche, die ihr Metier von Anfang bis Ende perfekt beherrschen und dabei noch ein klein wenig ĂŒber ihren Tellerrand gucken können.
    Nimm das beste Team, welches du bekommen kannst (Stylisten, Haare, make up, Assistenten und Setdesigner).
    Sind zwei oder mehr irgendwie mau, verschiebe das Vorhaben, bis die entprechenden Personen gefunden und gebucht sind oder sage es ab. Ist besser.
  • Selbst wenn du ein Morgenmuffel bist : call time ist frĂŒh. Wirklich zeitig am Tag.
    Hair, makeup und Models sind dann noch zu mĂŒde, um grossartig zu lamentieren. Ausserdem ist das Licht draussen noch « freundlicher » morgens und vormittags. Mittags und nachmittags ist immer so viel Aufbau, um gegen die Sonne anzuleuchten.
  • Am Abend vorher guckst du kein dummes Zeug auf deinem Rechner. Wirklich nicht.
    Denn wenn du die Kiste am nĂ€chsten Tag im Beisein des Kunden aufklappst 
 nun 
 Du verstehst, was ich meine. Oder schalte ihn einfach mal ganz aus. Ohne ‘geöffnete Programme beim nĂ€chsten Start wieder öffnen’
  • Location scouting sollte nicht lĂ€nger als eine halbe Stunde in Anspruch nehmen.
    Habe eine groben Plan, aber blieb offen fĂŒr Neues, fĂŒr Änderungen am Tag der Tage.
    Zu viel Planung bedeutet hintenrum, dass du nicht instinktiv arbeiten kannst. Ist so.
  • Never, never ever mach dieses street scouting mit dem Kunden. Niemals.
    Es fĂŒhrt nur zu einem der frustrierendsten Tage deines Lebens. Du guckst als Fotograf anders. Zuckel alleine los und fĂŒtter dein Notizbuch.
  • Wenn da jemand am Set ist, der bei jedem Seitenblick auf deinen Laptop was von « toll grossartig geil ganz doll » murmelt 

    glaube denen nicht. Es ist nicht mehr « toll grossartig geil ganz doll », wenn die GefĂŒhlsduseleien des shoots vorbei sind. Arbeite weiter.
  • Arbeite mit der Kamera, die du am liebsten benutzt.
    Es spielt absolut keine Rolle, ob Film, digital, was gĂŒnstiges oder end of the line ProfigerĂ€t mit Blinken und Piepen und Motivklingel. Es interessiert schlicht niemanden. Das, was rauskommt interessiert. Das Bild. In seiner Gesamtheit und Wirkung. Klinisch reine Pixelchen und RasiermesserschĂ€rfe da ganz unten links in der Ecke feiert im echten Leben ebenfalls niemand. Inhalt. BlickfĂŒhrung und -fang nach allen Regeln der Kunst. Blende aufreissen braucht weder Wissen noch Können, das kann jeder Depp.
    An den technischen Aufwand und overkill erinnert sich zwei Stunden spÀter keiner mehr. Und auch mit der dicken DÀnin oder einer Leica werden blöde Bilder gemacht. Guck in Forengalerien. Geilste Technik, Ergebnisse schauderhaft.
  • Besorg dir eine ultimative 80s playlist.
    Die Assistenten, die schon lĂ€nger mit dir zusammenwirken, fĂŒrchten es. Alle anderen werden es feiern. Fakt.
  • Bring irgendwas Persönliches in deine Bilder, egal fĂŒr welchen Auftrag.
    Dein Stil kann imitiert und kopiert werden, aber keiner kommt an deine Seele und dein Herzblut in deinen Bildern ran.
  • Erwarte nicht, dass es eine leichte Karriere ist.
    Erwarte Zeiten mit Frust, Depressionen und Niedergeschlagenheit, MissverstÀndnisse und Illusions- und Ideenlosigkeit.
    Das GefĂŒhl, richtig weit vorne zu sein, das hĂ€lt nicht lange an.
  • Am Set faltest du niemanden laut zusammen. Niemals.
    Du stehst da wie ein Lutscher und vor allem die jĂŒngeren werden es nicht vergessen.
    Ich bin vor elenden Jahren mal gestaucht worden und kann immer noch mies von und ĂŒber den Spacken …
  • Lass dich nicht stressen.
    Du machst Fotografien und rettest keine Leben. Sei dir (immer) bewusst, dass das da hinter der Kamera und dem ganzen Drumrum ein Privileg ist und geniesse es.
    Ist das Wetter mistig oder die Location doof, bring Licht mit und mach es ordentlich. Es gibt immer eine Lösung. An manchen Tagen ist es halt herausfordernder.
  • Lass dein Ego zuhause.
    Mir ist noch keine Situation untergekommen, in der das irgendwie von Belang gewesen wÀre.
    Frag deine Mama, wie viele Fotografen sie auf Schlag nennen kann. Und jetzt noch einmal die Wichigkeit mit zwei Sniper-Gurten und Gelöt und alle nach deiner Pfeife.