publié le 27 aoĂ»t 2013

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Na, aufgeregt ? Brauchst nicht zu sein. Du weisst inzwischen, wie Du Licht ohne grosse und teure Hilfsmittel in den Griff bekommst, weisst, Dein model zu positionieren, ihm oder ihr das bezaubernste LĂ€cheln von Welt zu entlocken oder eine unnachahmliche Melancholie darzustellen, spielst wie selbstverstĂ€ndlich mit Licht und Schatten. Die QualitĂ€t Deiner Bilder hat schon einen Sprung nach vorne gemacht und trotzdem sind sie nicht alle was geworden. Mal Hintergrund zu hell, mal das Gesicht zu dĂŒster ? Und mĂ€chtig geĂ€rgert, warum dieses zig-Millionen-Dollar-Ding da in Deiner Hand das nicht hinbekommt ?  Das ist eben nur ein blöder Apparat, ein Computer. Daher geht das heute ans Eingemachte : Belichtungsmessung. Denn der Kopf, der den schwarzen Kasten bedient, der ist immer noch gefragt. Selbst im 21. Jahrhundert 😉

Ein klein wenig Historie

Die Geschichte einer korrekten – oder vielmehr einer nach dem Wunsch des Fotografen entsprechend den Vorstellungen von seinem Bild ‘korrekten’ – Belichtung ist so alt wie die Geschichte der Fotografie selber. Und ganz offenbar immer noch mysteriös, weil man immer wieder Bilder vorgehalten bekommt, bei denen genau dieses kleine bisschen Mitdenken – oder Überhaupt-Nicht-Denken – grĂŒndlich in die Binsen gegangen ist.

Ganz zu Anfang war es eine Sache von unheimlich viel Erfahrung. Und versenktem Geld. Von diesen Erfahrungen haben sich bis in die heutige Zeit so ein, zwei eisenharte Tips herauskristallisiert, entwickelt, weiterentwickelt, verfeinert und gehalten : Sonne lacht, Blende acht. Und sunny sixteen, schallalalala 😉 – sunny sixteen : ISO 160, 1/160 bei f16, wenn die Sonne vom Himmel brennt.
Also Erfahrung. Das ging soweit, sich Viechzeug im Studio zu halten, die ins Licht blinzeln zu lassen und anhand der Pupillengrösse der Biester messerscharf auf eine Belichtungszeit zu folgern. Gar nicht dumm : Pupille im Auge klein = viel Licht = Blende dicht. Pupille gross = Funzellicht = Blende auf. Na ja, die ‘ordentlichen’ stellten sich mit der Stopuhr hin, hangelten sich an ihren Zahlenreihen lang und schrieben weiterhin wohl auch fleissig jede Blenden-Zeit-Kombinationen unter den verschiedensten Bedingungen mit und auf, entwickelten den Kram und haben entweder hinter ihre Zahl einen Haken gesetzt oder alles wieder wegradiert.

Weil dieses RumschĂ€tzen und ellenlange Zahlenreihen studieren auf Dauer auch irgendwie albern war, war einer schlau und gewitzt. Irgendwer ist nĂ€mlich dahintergestiegen, dass Licht elektrischen Strom macht. Ein Durchbruch. Flott dieses Selendings mit zwei DrĂ€hten versehen, eine Spule mit Zeiger dran angetĂŒdelt, auf die Welle einen Zettel mit wichtigen Zahlenkombinationen geklebt, Zeiger wieder drauf, hĂŒbsches GehĂ€use drumrum und taaa taaaa, der erste Belichtungsmesser war fertig und erleichterte fortan höllisch die Arbeit. Es ist in der Tat so, dass Selen das Licht sammelt und je mehr da gesammelt wird, desto mehr Strom, desto mehr Zeigerausschlag, desto kĂŒrzer die Zeit. Die Lichtmessung war geboren. Eine herrliche Zeit – munter pfeifend und wichtig guckend vors model gestellt, das Wunderkistchen Richtung Kamera gehalten und so das aufs model fallende Licht eingesammelt, den Wert abgelesen und gemerkt, zum schwarzen Kasten gesprintet, entsprechend eingestellt und KLACK. Danke, das wars, Rest machen wir am Rechner in der Dunkelkammer. Herrlich.
Irgendwer forschte weiter in der Sache vor sich hin und entdeckte, dass Fotodioden deutlich schneller reagieren, zudem auch keine ewig breite FlĂ€che, sondern nur ein ganz klein bisschen gebĂŒndeltes Licht zu erheischen brauchen und das in Widerstand umsetzen. Also Batterie dazwischenkonstruiert, anderes Messwerk ran (welches auch gleich noch deutlich robuster ist) und fertig war der Grundtyp des Belichtungsmessers, wie er auch heute noch vor allem im Studio eingesetzt wird. Erst mit Zeiger, heute digital und mit allem Klipp und Zapp. Weil die Fotodiode bei direkter Lichtmessung aber völlig durcheinandergebracht und fast blind wird, schieben wir da so einen kleinen Nuppel in halbtransparent drĂŒber und schon passts wieder. Und da das Ding so flott ist, eignet es sich ganz hervorragend zum Einfangen von Blitzen. Jawohl.

Alles, aber auch wirklich alles Ă€nderte sich schlagartig, als irgendwem anderen das Mitschleppen des Belichtungsmessers zu doof wurde, die Zeiten mit den Riesenplattenkameras eh rum waren und fein klein, schnell mit Spiegelreflexen hantiert wurde. Fotodioden können nĂ€mlich so richtig klein gemacht werden. Da mĂŒsste doch aus dem RĂŒcken auf die Brust ins Auge 
 Und taaaadaaaaaa, TTL-Messung war geboren. T hrough T he L ens, durch die Linse, weg mit dem Belichtungsmesser, der ollen Kiste. Und damit fingen die Probleme richtig an. Von wegen Vereinfachung, pah ! Nichts da. WĂ€hrend es der Lichtmessung nĂ€mlich relativ egal war, wo das Licht denn nun rauffĂ€llt, misst der TTL-Krempel das, was vom Motiv, Objekt, wie auch immer reflektiert wird. Objektmessung. Und der Schuh passt nicht mehr so recht. Denn jede Farbe reflektiert anders und die neumodischen Dinger mussten ja irgendwie auch einheitlich gemacht werden. Deshalb sind die auf ein exakt neutrales Grau kalibriert. Und machen, dass strahlendes Weiss und tiefschwarzer Kohlenhaufen eben so weit als möglich diesem flotten, zeitlos eleganten mausgrau entsprechen wollen. Da waren sie, die Ärgernisse. Helles wird zu dunkel, Dunkles zu hell, was nun ? ZurĂŒck zu den UrsprĂŒngen. 1890. Probieren. Erfahrungen sammeln. Nach Erfahrungswerten gezielt ĂŒber- respektive unterbelichten. Fortschritt ist schon eine tolle Sache 🙄

Zum neutralen – oder « mittleren » – Grau wird sich gestritten. Streng genommen handelt es sich um eine graue FlĂ€che, die 18% des sichtbaren Lichtspektrums unter allen Lichtbedingungen reflektiert, wĂ€hrend andernteils von 12%-14% Reflexion ausgegangen wird. Das am Rande. Ich werde fĂŒrderhin von « neutralem Grau » sprechen.

Okay, ganz so grausam ist es nun auch wieder nicht, wenn wir uns jetzt eben noch mal zwei Sachen ins GedĂ€chtnis zurĂŒckrufen, die ich bereits mehrfach beilĂ€ufig erwĂ€hnt hatte in den vorhergehenden BeitrĂ€gen :

Lichtmessung

Lichtmessung ist die Spielwiese des Handbelichtungsmessers, funktioniert von unserem Objekt aus grob in Richtung Kamera und misst das Lichtaufkommen, welches auf das Objekt fĂ€llt. Das wird einen hervorragend brauchbaren ‘Mittelwert’ ergeben, bei dem weder die Lichter richtig fies ausbrennen, noch die Schatten ins Nirwana absaufen, sofern der Dynamikumfang Deiner Kamera mitspielt – das ist das einzige Limit. Es wird die allgemeine BeleuchtungsstĂ€rke gemessen ; von welcher Lichtquelle das stammt und in welcher IntensitĂ€t das erfolgt ist egal und – zauber zauber – mausgrau wird nachher mausgrau sein und weiss weiss. Wow. Äh, warte mal ! *schnapp*  Nö. Ist so. Warum ? KlĂ€rt sich im kommenden Abschnitt 😉 ; die Motivhelligkeit spielt nĂ€mlich keine Rolle.
Gratistip fĂŒr Lauffaule : Wer nicht immer bis zum Objekt hinrennen will, dreht sich die Kalotte des Belichtungsmessers Richtung ĂŒber die Schulter (wĂ€hrend Du so Pi mal Daumen den Blick Richtung Objekt hast), drĂŒckst das Knöpfchen, ĂŒbertrĂ€gst die Werte in die Kamera und fertig. So machen das die Profis « im Feld » heute noch ganz gern, vor allem, wenn sich die Lichtsituation nicht grossartig Ă€ndern wird in den kommenden Minuten. In Modus ‘M’ Blende und Zeit fest eingestellt und auf gehts. Es wird passen, solange Du nicht im Schatten stehst, wĂ€hrend das model in der Sonne glĂŒht 🙄
Kleiner Hinweis bei dreidimensionalen Objekten, wie es beim Portrait ja durchaus vorkommen soll : Man richte die Kalotte so ungefĂ€hr auf den halben Winkel zwischen Kamera und Lichtquelle. Das ist bei gerichtetem Licht (unter strahlender Sonne oder bei ‘nackter’ Lampe) von Bedeutung, damit das kleine Wunderding auch noch was vom Umgebungslicht mit berĂŒcksichtigt ; bei bewölktem Himmel oder sonst diffuser Lichtquelle (Du denkst schlagartig an den offenen Schatten, den Laubengang und sonstiges, ja ? Youpieh ! Es ist was hĂ€ngengeblieben 🙂 ) kannst das Ding auch direkt in Richtung Kamera halten.

Bei der Lichtmessung spuckt der Belichtungsmesser Lichtwerte aus, die immer gelten. Halt mal an, ich hab doch da eine Blende-Zeit-Kombination stehen 
  Ja. Die wird von dem Ding nach Deiner Vorgabe der ISO berechnet und mit dargestellt. Änder das mal und guck Dir die kleine « LW irgendwas » Zahl an. Staunste, was ? Die Ă€ndert sich ja gar nicht. Eben. Weil es der Lichtwert ist, und der bleibt nun mal gleich.

Die Lichtmessung ist dabei nicht der Weisheit letzter Schluss. Bei Gegenlichtsituationen versagt sie insoweit, als der Hintergrund zum Motiv gnadenlos ausbrennen wird. Zudem werden beabsichtigte Stimmungen im Bild nicht berĂŒcksichtigt, so dass der Mensch hinter der Kamera wieder selber eingreifen muss. Irgendwas ist ja immer. Aber in der Regel sorgt die Lichtmessung dafĂŒr, dass ein sehr sehr brauchbares Negativ bei herauskommt bzw. eine Datei entsteht, mit der sich gewaltig was anfangen lĂ€sst.

Objektmessung

Die Objektmessung ist zum einen von der StĂ€rke der Lichtquelle abhĂ€ngig, die das Objekt freudig anstrahlt und macht sich zudem die vom Objekt zurĂŒckgeworfene Lichtmenge zu eigen. Damit kannst je nachdem ein neutrales Grau in die finsteren Schatten machen oder  mausfarben aus der weissen Bluse holen. FĂ€ngt der schon wiiieder damit an 
 Hilft ja nichts ; da musst jetzt durch.
FĂŒr die Erinnerung : Jedes Objekt reflektiert Licht, das auf es fĂ€llt. Je nach Farbe verschieden, was der Grund dafĂŒr ist, dass wir Farben ĂŒberhaupt erst « sehen » können. Der Motivkontrast bekommt mit einem Male eine grundlegende Bedeutung, weil helle Farben nun einmal ein anderes Reflexionsverhalten haben, als dunkle. Die Probleme treten immer dann auf, wenn der Kontrast zu gross wird. Denk einfach an ein klassisches Brautpaar z.B.. Sie in weiss, er in schwarz. Du in Schweiss, die Kamera am Ende.

Ganz Schlaue wollen jetzt von « Motivmessung » reden. Kannste machen, versteht aber keiner. Zum einen, weil « Objektmessung » hochoffizielle Sprechart in Germanien ist und zum anderen, weil im internationalen Sprachgebrauch von « reflective metering » bzw. « measure rĂ©flĂ©chie » die Rede ist. « Subject metering » sorgt ebenfalls fĂŒr gehörige Fragezeichen ĂŒberm Kopp und die Frage, ob nicht doch « subject brightness range » gemeint ist oder wie oder was 


Mehrpunkt- und Detailmessung

Einen Ausweg aus diesem Dilemma stellt die Mehrpunktmessung dar. Dazu schaltest am sinnvollsten auf Spotmessung um, peilst einmal den hellsten sowie den dunkelsten Bereich Deines Hauptmotivs (also des fĂŒr Dich bildwichtigsten Teils) möglichst formatfĂŒllend an und machst im Kopf flugs die Rechnung nach dem Mittelwert auf. Als Abfallprodukt der Messung des hellsten und dunkelsten Punktes hast auch gleich einen Wert fĂŒr den Motivkontrast und kannst sehen, ob Dein Kamerasensor das noch packt. Oder eben nicht mehr packt. Denk einfach dran, dass bei dieser Methode neben der ISO entweder Verschlusszeit oder Blende konstant sein mĂŒssen, andernfalls geht das in die Binsen.
Oder Du beschrĂ€nkst Dich tatsĂ€chlich auf das Detail, welches Dir am wichtigsten ist und sagst Dir : FĂŒr diesen Bildteil will ich es korrekt belichtet wissen, schiet was auf den Rest. Dazu gehst am besten nah ran, bis es sucherfĂŒllend drin ist, lĂ€sst die Matrix den Wert ermitteln, speicherst den oder stellst es manuell ein, kadrierst neu und löst aus. Ist das Objekt der Begierde zu weit weg, gehst halt wieder auf Spot.

Belichtungsreihe

Eine weiteres probates Mittel, um gegen den Kontrastmischmasch anzukommen, ist die Belichtungsreihe oder auch bracketing. HierfĂŒr bieten die Kameras einen weiten Spielraum von zum Teil bis zu 5 Lichtwerten, abgestuft in 1/3 oder 1/2-Schritten ins Minus und ins Plus an. Eine der Aufnahmen wird ein ‘korrektes’ Bild liefern. Wie das geht ? Nun 
 ja ja ja, ich schlag nach. Bingo 🙂

Belichtungsreihen haben aber auch noch einen ganz anderen, tieferen Sinn, der sich dem Amateur, der ja ‘zur Sicherheit’ in RAW ‘shootet und footet’ und hinterher im Konverter das Bild eh stumpf ĂŒber ‘Auto’ zurechtbiegen lĂ€sst, nur schwer erschliesst : Die Stimmung eines Bildes lĂ€sst sich damit ‘steuern’. Das ist der Hauptgrund, warum es bei Profis nach wie vor beliebt ist*. Die Jungs und MĂ€dels beherrschen in der Regel die korrekte Belichtung, aber unter UmstĂ€nden kann ein Bild deutlich an Aussagekraft gewinnen, wenn es eine Stufe unter- oder ĂŒberbelichtet ist. Richtig schön hat das Jay Maisel einmal auf den Punkt gebracht, weil der nĂ€mlich scheinbar nur mit Dauerfeuer arbeitet. « No, I’m not shooting a series for fun, I’m doing bracketing. There’s a completely different message in my three shots of a scenery and I do decide afterwards which one pleases me best 
 » Es kommt halt nicht ausschliesslich auf die technisch beste und korrekte Belichtung an. Wie so hĂ€ufig ist ‘technisch perfekt’ keineswegs das A und O eines guten Bildes.

(*) In der Regel sind wir lieber hinter der Kamera denn vorm Rechner ; klar kann ich aus einem RAW noch was ‘beabsichtigt’ Unter- oder Überlichtetes machen. Aber wozu sich da stundenlang den Kopf drĂŒber zerbrechen – sofern man das nicht ohnehin schon wieder ‘vergessen’ hat, wenn man nach Hause kommt – wenns einem gleich auf dem Bildschirm schon entsprechend prĂ€sentiert werden kann ? Und bei einem ‘korrekt belichteten’ Bild brauche ich auch kein speicherplatzfressendes RAW, da kann ich, wenns denn sein muss, auch aus einem jpg noch genug zaubern, einfach, weil das Ding vom Grundsatz her schon ‘gut’ ist. Tun sich auch viele schwer mit – ich persönlich mach RAW nur dann, wenn es von mir gefordert wird. Selber stell ich an mich eher selten diesen Auftrag 


Ersatzmessung

Ebenfalls Abhilfe bietet in FĂ€llen des Kontrastoverkills eine Ersatzmessung. Beliebt ist, dafĂŒr eine (‘geeichte’) Graukarte mitzuschleppen. Gibt es in allerlei Grössen fĂŒr teuer Geld. Das Ding hĂ€ltst Du gerne so sucherfĂŒllend vor die Kamera, dass a) in ungefĂ€hr das Licht drauffĂ€llt, welches auch Dein Hauptobjekt beleuchtet und b) keine Schatten zu sehen sind – weder von Deiner Hand noch von der Kamera. Kamera dazu am besten in den (voll-)manuellen Modus versetzen, sonst wirds gleich wieder Murks. Wert einstellen und Abfahrt.
Was aber auch geht und in den meisten FÀllen brauchbare Ergebnisse liefert, ist Deine HandinnenflÀche. Messung wie eben und dann den ausgependelten Wert um einen vollen Blendenwert verlÀngern, weil unsere Pfoten eben nicht auf neutrales grau geeicht sind. Also statt der angezeigten 1/125stel eine 1/60 einstellen oder statt Blende 11 eine Blende 8 nehmen.
Ebenfalls funktioniert, wenn Du ein weisses Blatt Papier (also die papierne, weisse CD-HĂŒlle, die in den Tiefen der Fototasche fĂŒr den Weissabgleich vor sich hindĂŒmpelt. Erinnerst Dich dĂŒster, non ? ) nimmst. Da mĂŒssen dann volle 2 1/2 Blenden dazugerechnet werden. Also statt der eben genannten 1/125 eine 1/25. Oder statt der ausgeworfenen f11 eine f4. (Die HĂŒlle hat im Gegensatz zur HandinnenflĂ€che den Vorteil, als dass da der VerlĂ€ngerungsfaktor dauerhaft als GedankenkrĂŒcke drauf notiert werden kann 
 😉 )

Bei allen gilt : Hast Du eine ‘feste’ Lichtquelle im Spiel – Lampe oder Sonne draussen – bummelig Richtung der Winkelhalbierenden Kamera – Lichtquelle, bei diffusem Licht kann das Hilfsmittelchen auch (schattenlos) direkt Richtung Linse gehalten werden.

Was auch ‘nutzbar’ ist und Dir wahrscheinlich im wahrsten Sinne des Wortes ‘zu FĂŒssen liegt’ : 0815 AsphaltflĂ€che (nicht die frisch geteerten, eher die ‘alten’), eine RasenflĂ€che, bei sonnigem Wetter ohne Wolken die Ecke des Himmels, welche der Sonne gegenĂŒberliegt. Zeitung geht auch. Eine mit viel Text und wenig Bildchen wĂ€r gut.

Das Knöpfchen « +/- »

Wenn das alles zu lange dauern sollte, dann bieten die meisten Kameramodelle noch die Möglichkeit fĂŒr den Nutzer, selber am errechneten Wert rumzudoktern : Der +/- Knopf. Der sorgt – vereinfacht ausgedrĂŒckt – fĂŒr eine gezielte Über- bzw. Unterbelichtung. Wieviel, das ist eine Sache des Ausprobierens oder schlicht von Erfahrung. Riesenvorteil : Es geht rasend schnell. Ich hab mir die Funktion, weil ich es wie die Pest hasse, wie doof nach dem Ding zu suchen, bei all meinen Spiegelreflexen auf das Zeiteneinstellrad gelegt. Bei dem Ding weiss ich ohne Denken, in welche Richtung ich drehen muss. Und wozu Fingerakrobatik betreiben ?

Noch was ganz, ganz Grundlegendes zu dem Knöpfchen, weil wir uns da jĂŒngst erst wieder die Köppe drĂŒber heissgeredet Finger drĂŒber wundgeschrieben haben : Stell den, wenn die Bilder im Kasten sind, wieder auf Null. Du greifst mit dem Rummachen mit dem Ding in die kamerainterne Belichtungsmessung ein und verschiebst den Wert fĂŒr Neutralgrau. Es wird dir im Sucher mit angezeigt, ob das Ding aktiv ist. Wo, das verrĂ€t dir die Bedienungsanleitung (Service des Hauses fĂŒr Nikon-Nutzer : bei den einstelligen rechts im Sucher unter der Belichtungswaage, bei den anderen im Gewusel am unteren Sucherrand. Und oben auf dem Schulterdisplay)
Bist in M und achtest nicht auf das Symbol im Sucher oder auf dem Schulterdisplay, arbeitet die Korrektur eventuell unbemerkt rum und versaut die Belichtung, sofern du nicht Werte aus einer anderen verlÀsslichen Quelle (Handbelichtungsmesser) einkurbelst. 

Die Messmethoden der Kamera

So ein Fotoapparat stellt dem Kopf dahinter eine ganze Menge Hilfsmittel zur VerfĂŒgung, auf dass das, was da abgelichtet werden soll, auch den Vorstellungen entsprechend mehr oder weniger ‘korrekt’ belichtet wird. In AnfĂŒhrungsstrichelchen deshalb, weil auch der blöde Kasten keineswegs weiss, was Du als ‘korrekt’ haben willst. Overall, auf einen bestimmten Punkt (Gesicht, gell, da war was) oder mittendrin zwischen beiden Extremen. Deshalb haben die Biester verschiedene Messmethoden an Bord. In der Regel hast Du drei Möglichkeiten zur Auswahl, die, und das ist wichtig zu wissen, bei den heutigen Kameras zudem noch an die Messfelder fĂŒr den AF gekoppelt sind. Wunder der Rechentechnik.

Spotmessung

Spotmessung geht, wie der Name schon nahelegt, auf den Punkt. Und zwar einen Punkt gemessen in Millimetern auf der Mattscheibe. Wie gross der ist, das kannst bei den guten Modellen auswĂ€hlen. Bei meinen rumpelt der zwischen 6 und 20 Millimetern rum. Wie das eingestellt wird, das verrĂ€t die schnöde Bedienungsanleitung (ja, ich hör Dich stöhnen und Ă€chzen. Guck da rein: Lohnt sich und macht auf keinen Fall blöder. Die Zeiten, in denen man das Ding aufgeschlagen hat um nachzugucken, woran das jetzt eigentlich liegt, dass das Teil kaputt ist – die sind definitv gelaufen. DafĂŒr ist die Technik zu komplex geworden.)
Spot nimmst, wenn es tatsĂ€chlich nur auf einen kleinen Teilbereich im Gesamtbild ankommt. Einen, der Dir wichtig ist, sonst wĂŒrdest da keinen gesteigerten Wert auf ordentliche Belichtung legen. Also zum Beispiel ein Gesicht. Im Gegenlicht, vielleicht. Vor einer dunklen Wand, vielleicht. Bei sonstigem Kontrastterror, vielleicht. Korrekturwerte fĂŒr Kohlen und Gesicht hast Du noch im Hinterkopf ? Youpi.
Der Spot kann wandern. Jahaaaa – mit dem ausgesuchten AF-Messfeld rennt der mit. Wahnsinn.

Spaziergang : Mattscheiben

Getauschte Mattscheiben sind gerne ein Fluch. Das verĂ€ppelt anfangs viele, die oft mit manuellen Optiken arbeiten und sich zur « Erleichterung » eine Mattscheibe mit Schnittbildindikator unterm Prisma reingefummelt haben (Was im Übrigen den bei den werksmĂ€ssig verbauten Dingern « sichtbaren » SchĂ€rfebereich einer Blende 4 ein wenig nach oben kompensiert) Ein Schnittbildindikator, der besteht aus einer kleinen, halbierten Linse mittendrin (wobei die mit horizontalem Schnitt meiner bescheidenen Meinung nach auch schon wieder doof sind, weil man da doch ganz gerne eine Hilfslinie durchzimmert. Also vom Motiv, muss ja nicht immer gleich der Horizont sein. Solche mit 45°-Schnitt sind deutlich geiler). Und wegen dieses kleinen Dingens kanns zu lustigen Messergebnissen kommen, wenn der AF-Indikatorvogel mit dem mittleren Element da rumwurschtelt. Canon sind ĂŒbrigens dagegen deutlich empfindlicher als die Konkurrenz. Nur so am Rande. Und wer wie meiner einer auf Vollmattscheiben steht, der mache nach dem Einbau Belichtungsreihen und ‘eiche’ den internen Belichtungsmesser neu ein. Die extrem hellen, die so beliebt sind, weil sie den ‘Sichtbereich’ bis auf Blende 1.4 hochschrauben, die reflektieren fĂŒr die kamerainterne Grundprogrammierung total wirres Zeug. Wie die Korrektur geht ? Richtig. Das Papierwerk. Da wars schon wieder. Halb zerfleddert, inzwischen.

Mittenbetonte Messung

Mittenbetont heisst : Einen Punkt in der Mitte, ca 12 mm im Durchmesser, der gleichzeitig die Kuppe eines HĂŒgels darstellt, dessen Flanken nach rechts und links hin abfallen. 60% der Messung kommen aus der Mitte sowie direkt rechts und links davon und unten, um dem Himmel die Chancen zur Unterbelichtung zu nehmen, 40% vom Rest des Sucherbildes. So ungefĂ€hr. Einfache Geschichte und seit Ewigkeiten gut brauchbar. Das Ding von Nikon ist seit Anfang der 1970er legendĂ€r. Tut mir leid, ist aber so. Kamen andere Ewigkeiten lang nicht hinterher. Und als die endlich soweit waren, 1983, da fĂŒhrte der TĂŒftlerclub aus Shinjuku die Matrixmessung ein und war schon wieder einen gewaltigen Schritt weiter vorne. Nikon FA hiess seinerzeit das Wunderding. Die erste jemals in einer SLR eingebaute Blendenautomatik gab das mit dazu. Korrekturwerte wie gehabt im Kopf des Bedieners.

Matrixmessung

Matrix oder ‘evaluative metering’ ist die Königsdisziplin der Programmierer. Hier wird das gesamte Sucherbild von der Software auseinanderklamĂŒsert (grob kann man sich das als fĂŒnf Sektoren vorstellen) und untersucht und dann anhand zigtausender hinterlegter Szenarien eine Belichtungszeit ermittelt, die in sagen wir 95% aller FĂ€lle zu sehr brauchbaren Ergebnissen fĂŒhrt. ‘Schwerpunkt’ der Messung ist wieder das ausgesuchte AF-Messfeld. Um dem Ganzen noch eines draufzusetzen lĂ€sst Nikon (Canon weiss ich nicht) noch eine « 3D-Colour-Matrix-Farbmessung » in die Geschichte mit einfliessen ; hier werden sogar Farben mit berĂŒcksichtigt. Funktioniert mit den hochmodernen Optiken ab AF-D, mit Ă€lteren Modellen nicht. Weiteres steht dazu in der ollen Bedienungsanleitung zum GerĂ€t. FĂŒhrt dazu, dass man je nach angeflanschtem Objektiv ab und zu bei der manuellen Korrektur verkaspert wird und sollte daher im Hinterkopf bewegt werden. Wenn Weiss nĂ€mlich wieder beinahe ein Weiss ist und nicht mehr nur Grau.
Aufgrund des Umstandes, dass das through the lens gezaubert wird, kannst auch bedenkenlos einen Grauverlaufsfilter vor die Optik schieben ; das Ding wird mit berĂŒcksichtigt und entsprechend bewertet. Vorbei die Zeiten, als man sich noch kurz Gedanken ĂŒber VerlĂ€ngerungsfaktoren gemacht hat (gut, ganz ĂŒberflĂŒssig ist so ein Wissen nicht – es interessiert mich schon ein wenig, ob ich mit dem 0.6er hinkomme oder doch lieber dunklere GeschĂŒtze auffahren muss, damit zB im Himmel noch sowas wie Zeichnung ist 
  bei Neutralgraufiltern ist Vorsicht angesagt, die können ab einem gewissen Punkt die Messung völlig aus dem Ruder laufen lassen. Liegt daran, dass das System so dermassen ausgereizt ist, dass sich der Rechner irgendwann sagt, dass die Gesamtszenerie sooooo duster nicht sein kann – sonst wĂŒrden die Farben nicht so und ĂŒberhaupt – und belichtet hemmungslos unter. Passiert ab ND 0.9 hĂ€ufig, ab 1.2 aufwĂ€rts auf jeden Fall.)

Richtig ins Schleudern kommt die Matrixmessung auch bei allen möglichen Gegenlichtsituationen sowie bei extremem Streiflicht, also Licht nur von einer Seite. Da war was mit ‘Motivkontrast’ 


Und noch ein kleiner Ausflug : Wohnort der Messzellen fĂŒr die Belichtungsmessung

Die Messzellen fĂŒr den Belichtungskram wohnen (zumindest bei Nikon und Canon – es soll Hersteller geben, die das anders lösen) oben mit im PrismengehĂ€use drinnen und lugen – wie schon erwĂ€hnt – keck auf die Mattscheibe. Einzige mir bekannte Ausnahme ist die Nikon F3, bei der wegen des damals noch ĂŒblichen Wechselsuchers die Belichtungsmessung im GehĂ€useboden untergebracht war. Ihre Informationen hat das Ding ĂŒber einen Hilfsspiegel hinter dem eigentlichen Hauptspiegel erhalten. Der Hauptspiegel ist an der Stelle halbdurchlĂ€ssig und der Hilfsonkel hĂ€ngt dahinter und klappt sich mit hoch, wenn das andere Ding nach oben fliegt. Das war 1980 und so ganz beilĂ€ufig eine richtig bahnbrechende Erfindung auf dem Weg zum Autofokus. Denn dessen Messwerk wohnt auch heute noch im Kameraboden. HĂ€tte es ohne die F3 wahrscheinlich noch lĂ€nger nicht gegeben 🙄 . 1988 erfolgte der Startschuss ins heutige Zeitalter der Kameratechnik – F4 nannte sich das Monster und es war und ist der grösste Meilenstein seit der Erfindung der Fotografie. Die Belichtungsmessung wurde wieder in den Sucher gepackt – daher sind die Wechselsucher fĂŒr die 4 auch so sĂŒndhaft teuer, AF-GerĂŒmpel unten rein.

DER Meilenstein ist die F4 deshalb, weil nicht nur der Motor fĂŒr den Filmtransport erstmals im GehĂ€use selbst untergebracht war und das Ding einen brauchbaren AF an Bord hatte, sondern weil sie die erste Profikamera mit Matrix und 3D-Colour-Matrix-Messung war. Der Matrixmessung war es auch egal, was da fĂŒr ein Objektiv vorhing. AF oder die guten alten manuellen AiS – das stört die Messung nicht und setzt sie auch nicht ausser Betrieb. Zudem war sie die erste Kamera mit Objektivkontakten oben am Bajonett, die die Übertragung lustiger Werte wie Entfernung zum Objekt und so Sachen an die Kamera ermöglichen. Das wiederum brachte die Blitzerei mit den Aufsteckdingern gewaltig nach vorne. Ja, ihr Strobisten da draussen, da kommts her. Und war so nebenbei Ausgangspunkt fĂŒr im Objektiv selbst eingebaute Motörchen zum flotten und flottesten Einstellen der Entfernung. Elektrische Blendensteuerung kommt einem da eher schon als Nebenprodukt vor. Die EinfĂŒhrung eines Sensors statt Films ist gegen diesen ganzen Kram kalter Kaffe. Das einzige, was die F4 nicht macht, ist, den Wackeldackel der VR-Linsen zu unterstĂŒtzen. DafĂŒr fehlt ein Kontakt. Allerdings beherrschten die Fotografen damals noch eine vernĂŒnftige Kamerahaltung 😯 (sowas geht heutzutage ganz offenbar auch flöten, wenn man die empörenden Ausrufe hört, warum denn Optiken mit 50mm Brennweite und weniger IMMER noch keinen Zappelphillipp hĂ€tten 🙄 ) Mit anderen Worten : An das Ding kannst jede Optik, die seit 1977 bis jetzt die BĂ€nder verlassen hat, dransetzen und sie werden ihren Job tun. Jede. Mit ein wenig Bastelarbeit selbst die non-AI seit 1959. Automatikmodi P und S funktionieren natĂŒrlich nicht mit manuellen Optiken, aber so what ?

Gut, weil das Zeug fĂŒr die Belichtungsmessung im Sucher mit untergebracht ist, kann es von durchs Okular einfallendem Licht durcheinandergebracht werden. Solange da ein Auge des KĂŒnstlers hinterklebt und durchlugt, ist das egal. Wenn dem aber nicht so ist, wirds zum Problem. Gute Modelle haben daher einen kleinen Hebel, der das Okular verschliesst. Alle anderen haben entweder am Gurt mit dran so eine kleine Plastikkappe angetĂŒdelt, deren Sinnhaftigkeit uns schon so oft beschĂ€ftigt hat, oder eine extra beliegende und beim ersten Auspacken schon verloren gegangene Kappe zum Aufschieben. Leute, nutzt das Ding, wenn es erforderlich wird ; es hat seine Daseinsberechtigung 😯

Die « Berechnungsmodi » der Kamera

Dank immer leistungsfĂ€higerer Rechner in der Kamera drinnen haben uns die Hersteller einiges an Hilfsmittelchen zur Seite gestellt, die das Arbeiten erleichtern sollen. Und das auch ganz doll fröhlich und gut machen, wenn man denn einmal dahintergestiegen ist, was sich fĂŒr was eignet und was was ĂŒberhaupt veranstaltet.

A / Av

Aperture Value. Heisst nichts anderes, als dass die Blende fest von Dir vorgegeben wird und sich die Belichtungsmessung nur noch an der Zeit zu schaffen macht. Wie weit sich das bei Deiner schwarzen Kiste mit der ISO-Automatik koppeln lÀsst, das guckst bitte in der Bedienungsanleitung nach, ja ? Danke. Diese Einstellung ist eigentlich meine liebste und daher auch mit der manuellen Korrektur im Verbund die am hÀufigsten genutzte, weil ich mit der Blende meinen SchÀrfebereich festlege und mir da eher nicht so gerne reinpfuschen lasse. Echt, jetzt.

S / Tv

S wie « Schpocht » 😉 Nee, ganz so ist es nicht. Kann ja sein, dass Du gezielt was verwischen lassen willst. Also, Du gibst eine Zeit vor und der Rechner im schwarzen Kasten fummelt die passende Blende dafĂŒr zusammen. Zum Zusammenspiel mit irgendwelchen ISO-Automatiken – wie vor. Hab ich wenig Erfahrung mit, weil ich im Zweifel eher meine ISO hĂ€ndisch Ă€nder oder einen Graufilter vor die Optik setze, als mir in meinen SchĂ€rfebereich reinreden zu lassen.

P / P (C)

Vollautomatik bei festeingestellter ISO bzw. automatischem ISO-Gedöns ; ausser einer gezielten Über- / Unterbelichtung hast keinen Einfluss auf das, was da gemacht wird. Kann funktionieren, kann eventuell auch richtig gut aussehen, hab ich aber ĂŒberhaupt keine Erfahrung mit. Geb ich offen zu. Allerdings hat es seinen Grund, warum es diese Einstellung auch bei den Profibodies immer noch gibt.
« C » ist spezifisch Canon und macht das gleiche wie « P », aber mit ISO-Automatik.

M

Alles von Hand. Blende, Zeit, abhÀngig von den eingestellten ISO. Der interne Belichtungsmesser zeigt Dir nur an, wie weit Du in welche Richtung danebenliegst und dann drehst an dem einen oder anderen oder beiden RÀdern, bis es sich in Nullage einpendelt und passen sollte. Da habe ich ebenfalls viel Erfahrung mit, dazu aber gleich noch was.
Die Canon-Leutz haben teilweise noch « B » fĂŒr « bulb » = Langzeitbelichtung. Steckt bei Nikon in « M » mit drinnen. Nach den ’30 sec’ 😉

Motivprogramme

Soll ja Kameras geben, die auch so was haben. Ist keine Schmach und sogar recht brauchbar, wenn du denn weisst, was da veranstaltet wird 😉 Dazu musst wissen, dass die von Standardsituationen ausgehen, wie der durchschnittliche Betrachter sie hinterher am Monitor oder auf Papier zu sehen wĂŒnscht.

  • Landschaft : ( möglichst gestochene ) SchĂ€rfe von vorn bis hinten. Heisst nichts anderes als Blende zu, ISO weitmöglichst runter und damit langsame Zeiten
  • Portrait : Blende eher offen (aber nicht Anschlag, so schlau sind die nĂ€mlich – eher ‘ertrĂ€glich’ offen), damit der Hintergrund zumindest im Ansatz in der UnschĂ€rfe verschwindet. Bedeutet also ISO egal wo, Hauptsache die Offenblendgeschichte lĂ€sst sich irgendwie mit den Verschlusszeiten vereinbaren.
  • Gegenlichtportrait : wie Portrait, aber mit Aufhellblitz
  • LĂ€ufer : Schpocht. Blende egal, Hauptsache kurze Verschlusszeit. Mitzieher und fein verwischter Hintergrund wird eher nicht funktionieren, in dieser Einstellung.


 und den Rest guckst bitte in der Bedienungsanleitung nach. Ich hab eine Vorstellung davon, was bei Nacht, Feuerwerk und trallala passiert, aber wozu das alles erzĂ€hlen ? Belichtung kannst bei den Dingern eh nur ĂŒber +/- ein klein wenig beeinflussen respektive ‘ĂŒberrumpeln’. Was bei den kleinen Klitschen richtig gut kommt ist, wenn Du Bildaufbau beherrscht, mal einen anderen Blickwinkel als nur aus dem voll aufgerichteten Stand nimmst und ĂŒber solche netten Geschichten das Aha-Erlebnis auf die planche holst.

Ein Wörtchen zu « M »

«M» ist voll Profi, Alter
Manche Knipser meinen, ein reines Arbeiten – vor allem vor ‘Publikum’ in freier Wildbahn – in « M » sei voll profimĂ€ssig 😼 und drehen im wahrsten Sinne des Wortes am Rad.

Das ist Unfug.

« M » machst Du, wenn es erforderlich ist. Draussen mit Blitz an Mutter Natur ihrem Busen zur Steuerung der Helligkeit des Hintergrundes. Im Studio ditto, sofern Du das da nicht eh auch ĂŒber die Helligkeit der Lampe ganz hinten machst und im Rahmen bis zur kĂŒrzestmöglichen Synchronzeit der Blitze ; bei Mehrpunkt-, Detail- oder Ersatzmessung oder wenn Du vorher eine Lichtmessung (Handbelichtungsmesser mit der Kalotte) gemacht hast und das Licht sich nicht grossartig weder in StĂ€rke und / oder Richtung Ă€ndern wird. Mit anderen Worten : In den 5% aller FĂ€lle, in denen die ‘normale’ Messung des technischen Wunderwerks in Deiner Hand an ihre Grenzen kommt. Oder Deine Kamera nichts anderes kann ausser manuellen Zeiten und Blende.
Wie viele von diesen « Profis in M » laufen denn mit gezĂŒckter Graukarte oder Belichtungsmesser durch die Gegend ? Merkste was ? 0815-Situationen mit « M », das kostet nur Zeit. Die ganzen ausgeklĂŒgelten Automatiken wurden dazu erfunden, das Drehen am Zeitenrad auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, damit Du Dich als Fotograf mehr auf das Motiv denn auf die blöden Kameraeinstellungen konzentrieren kannst. (Ich wiederhol es nochmal : Das Wichtigste spielt sich VOR der Kamera ab und damit bist du als Typ hinter dem Ding raus aus dem Rennen. Mach einfach deinen Job. Das Menschlein da vorne, das ist wichtiger, als die Technik und vor allem das Gebrabbel darĂŒber. Ganz einfache Geschichte, die fĂŒr manchen Knipser scheinbar absolut nicht nachzuvollziehen ist. Wie mit modernen Autos – stell dir einfach vor, die wĂŒrden dir bei jeder Fahrt erzĂ€hlen, was da gerade dolles ablĂ€uft. So laut kannst gar nicht Musik hören 🙄 )

Was macht denn der interne Belichtungsmesser der Kamera in A, S, P, M, bei Spot, Mittenbetont oder Matrix ?

Aha. Er misst reflektiertes Licht. Und zwar immer auf die gleiche Art und Weise. Und er kann keine Lichtmessung. Wird er niemals können. Also schmeiss Dein Hirn an und ĂŒberleg lieber ganz kurz, welcher Modus mit welchem Lichtmessgedöns Dich am flottesten arbeiten lĂ€sst. Und nochmal : Behalt lieber die manuelle Über- / Unterbelichtungssteuerung im Auge, dass die auch immer artig wieder auf Null geht. Die wirkt sich nĂ€mlich – weil sie den Wert fĂŒr das Neutralgrau verschiebt – auf ALLE Modi aus, ob es nun passt, oder nicht. Bei manchen Kameras auch in « M », wenns vorher in einer anderen Automatik eingedreht wurde. Und schlĂ€gt gnadenlos zu, wenn du anfĂ€ngst, in M irgendwas anzumessen. Ignorieren kannst das nur dann, wenn deine Werte aus einer anderen verlĂ€sslichen Quelle kommen. Der gute Handbelichtungsmesser, da war er wieder. Gell ? Kamera kann nur Objektmessung.
Verinnerlich den ganzen Mist, ĂŒbe, ĂŒbe, ĂŒbe, bis die Bedienung der Kamera und ihre fĂŒr Dich wichtigsten Einstellungen ein Teil Deines Selbst geworden sind. Wie fahren. Automatismen. Aus dem Unterbewusstsein. Lamentier nicht drĂŒber rum, MACH. Denn nur dann kannst Dich voll und ganz dem widmen, was am wichtigsten ist : Deinem Motiv. Und jeder, der da vor Dir rumtanzt und sich ablichten lĂ€sst, wird es dir von Herzen danken, wenn du sie / ihn nicht mit technischem Mist dichtsĂŒlzt oder da nur mit deinem schwarzen GerĂ€t rumfummelst, weil irgendwelche Kinkerlitzchen wieder nicht stimmen. (Das gilt im Übrigen auch fĂŒr alle, die meinen, im Studio sei ein Blitzbelichtungsmesser ein « nice to have » 🙄 Ist. Es. Nicht. Es ist ein « must have ». Mit der Kamera kannst Du die Lampen nicht so einmessen wie es muss. Das geht nur mit einem gescheiten Belichtungsmesser. Rumfummeln und hilflos immer wieder hinten aufs Display starren, ob es denn nun endlich mal einigermassen passt : Es wird sich jemand fĂŒrchterlich anfangen zu langweilen und Zweifel an Deiner Kunst bekommen. Und das ist auch völlig berechtigt 😯 ) Lass es einfach sacken.
😉

Laëtitia, Paris 2013
Wie jetzt ? Das geht noch weiter ? – jop.
Laëtitia, Paris 2013

Kommen wir damit zur grössten Erfindung der Menschheit seit der Erfindung des Rades, der Fotografie, des Bugstrahlruders, des Rollkoffers : Dem Histogramm.

Das Histogramm

Das Histogramm auf dem Monitor in der Bildervorschau verrĂ€t mir auf einen kurzen Blick, ob die (allgemeine ( ! ) ) Belichtung des Bildes in Ordnung geht oder nicht. Sogar bei fiesem Sonnenschein und wenn auf dem Ding – also dem Monitörchen da – sonst fast nichts zu erkennen ist. Wichtig fĂŒr uns ist dabei jenes in schwarzweiss ; das allein zeigt die allgemeine Helligkeitsverteilung im Bild (rot, grĂŒn und blau zeigen lediglich die Werte der jeweiligen Grundfarben ; das soll uns erst einmal weniger interessieren. Interessant ist fĂŒr den Portraitfotografen das rote, welches Ausreisser in den Hauttönen anzeigen kann – bei Kameras der gehobenen Preisklasse kann ausgewĂ€hlt werden, ob die Überbelichtungswarnung auf ausfressendes Weiss oder auf eine Farbe bezogen angezeigt werden soll.)
Du wirst bitte NIE NIE NIE das kleine Vorschaubildchen auf dem Monitor danach beurteilen, ob die Belichtung richtig ist oder nicht. Das Ding kannst zur groben SchĂ€rfebeurteilung benĂŒtzen oder ob der Augenaufschlag passt. Belichtung geht nach Histogramm und nichts anderem. Schreib Dir das bitte hinter die Ohren. Danke.

Die Entdeckung des Histogramms durch viele Fotografen hatte ĂŒbrigens noch einen unschĂ€tzbaren Vorteil : Weil nun unheimlich viele meinten WOW ! Das ist eine total tolle Sache, endlich kann ich meinen blöden Belichtungsmesser in die Tonne treten oder in der Bucht verhökern ! Weg mit dem Dreck 
 ich kann alles, aber auch wirklich alles mit dem Histogramm in den Griff bekommen 
 wurde der Markt mit hochwertigen GerĂ€ten förmlich ĂŒberschwemmt. Und so kam auch der Autor fĂŒr einen Bruchteil des Neupreises zu seinem GerĂ€t. Mit Cinegedingenskram. Schiet was auf Abschreibung, hĂ©hĂ©. Beruhig Dich wieder – auch diese Zeiten sind vorbei. Sind  doch ein paar vernĂŒnftig gewordene oder gebliebene dahintergestiegen, dass es im Studio ohne einfach nicht geht. Jedenfalls nicht, wenns professionnel sein und hinterher sofort gut aussehen soll. Ist wie mit den guten manuellen Optiken. Weil jeder Hans und Franz meint, vollmanuell und zudem am Pfollpformat (auf normaldeutsch : 24 x 36mm Kleinbildformat) sei unendlich cool, gingen die Preise erst Richtung Apotheke und, nachdem die wegen Reichtums geschlossen bleibt, jetzt Richtung Mond. Die Videoleutz tragen ihr Scherflein auch noch dazu mit bei – lange Wege zur SchĂ€rfeverstellung freut den ersten Assi – bei relativ offener und richtig offener Blende zĂ€hlt der 1/10 Millimeter Drehweg, ob es voll daneben liegt oder weiterhin passt 


Was das Ding im einzelnen wie veranstaltet, das kannst zusammen mit Tante Guhgl rausfinden. GrundsĂ€tzlich fĂŒrs Hirn zum dauerhaften Merken sei : ganz links ist schwarz, ganz rechts weiss, mittendrin alles andere. Schön ist es, wenn sich weder ganz links noch ganz rechts dicke Balken befinden oder das Ding irgendwie irgendwo auf halbem Weg vor allem nach rechts schon aufhört. Einzelne, abgesetzte Linien ganz aussen schaden nicht. Guck Dir Dein Bild dazu an und Du wirst merken, dass sowas (rechts) gern von einer eingeschalteten Laterne oder sonstigen Lampe oder weisses Blatt Papier oder kleinen Wolke kommt oder (links) von irgendwas, möglicherweise verschwindend kleinem Dunklen. Ob da jetzt bis ins letzte erkennbare Zeichnung drin ist, musst selbst entscheiden. Vergiss dabei nicht, dass beim Druck das Papier bei Weitem nicht den ‘Dynamikumfang’ hat, den der Kamerasensor in petto hĂ€lt.

Expose to the right

« Expose to the Right » oder wissend raunend « ETTR » 🙄 . Belichtung im Histogramm nach rechts parken ist was fĂŒr Leute, die gerne vorm Rechner rumlungern 😼 Nee, ist es natĂŒrlich nicht, aber Nachbearbeitung ist bei der Methode unumgĂ€nglich 😉 Fotografiert wird in RAW, hier gibt das keine zwei Meinungen, weil das Bild in der ersten, unbearbeiten Ansicht auf dem Rechner gerne fĂŒrchterlich aussehen wird. Direkt verschicken kannst so was nicht, drucken auch nicht. Ich erwĂ€hn das hier nur der VollstĂ€ndigkeit halber 😉

Basieren tut die Geschichte auf dem Umstand, dass das Histogramm eben nicht linear funktioniert, sondern vielmehr in ĂŒber den Daumen fĂŒnf Abschnitte untergliedert werden kann. Dabei wird die ĂŒberwiegende Zahl der Tonwerte in den hellen Bereichen angezeigt. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Ist so. KrĂŒmeln wir mal ein 12-bit RAW, das 4096 Tonwerte beinhalten kann auseinander, so ergibt sich in etwa folgende Verteilung von rechts nach links :

  • erster Block ganz rechts 2048 Tonwerte
  • zweiter Block 1024 Tonwerte
  • dritter Block 512 Tonwerte
  • vierter Block 256 Tonwerte
  • ganz linker Block 128 Tonwerte

Um das nun auszunutzen, also einen möglichst hohen Tonwertumfang im Bild zu haben, bietet es sich an, das Bild so bis zum Erbrechen zu belichten, dass sich zum rechten Rand hin ein HĂŒgel auftut, der aber keinen fetten Balken da baut. Das hat wenig mit Belichtungs« messung » mehr zu tun, sondern wird zu einem « Guck nach und versuchs nochmal »-Spiel, bis das Ding da rechts gerade eben andockt. (Nein, Spotmessung auf die Lichter reicht nicht – da war was mit Neutralgrau bei Objektmessung durch die Kamera, schon wieder vergessen ? 
 ) Und dann viel Spass mit Pinsel und Paletten im Nachbearbeitungsprogramm des Vertrauens 😉 .


Zur Wiederholung :
Portraits – die basics
Vom Licht I – bewölkte Tage
Vom Licht II – bei strahlendem Sonnenschein
Vom Licht III – Licht am Fenster
Vom Licht VI – Licht sehen
Portraits noch mal – Kleinkram