22 Januar 2024

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geese walking from a lawn in Kiel, Kiellinie, Germany

Astreiner Titel, oder ? Denn irgendwie sind auch sie ewig, diese kleinlaut dargereichten Beichten à là ‘ich bin ja nur Hobbyknipser’ oder ‘ich bin ja nur Amatöhr’ oder ‘ich kann mich mit den Profis ja nicht messen’ … Alles vorgeschoben. Es hat nur etwas mit dem blöden, eingeredeten Knoten im Kopf zu tun, der da sachte auf den Wogen des reellen Lebens knirscht und hält. Wenn Du auch nur ein bisschen nachdenkst und überlegst, dann wirst Du Dir gleich die Augen reiben, vor die Stirne schlagen und Dich fragen « Wieso bin ich da eigentlich nicht von alleine drauf gekommen ? » 😉

Erdige Finger setzen zärtlich einen Sprössling um. Über das Gesicht huscht wissend ein leises Lächeln. Mit langgezogenem Quietschen geht das Tor …

Healing Salve On The Open Wound Of Doubt

Fangen wir mal ganz einfach mit so etwas wie ‘Definitionen’ an. Was ist eigentlich dieses ominöse ‘Profi’ ? 
Ich mach das ja ungerne auch publik (das ist immer noch keine ernstzunehmende Quelle für mich … ), aber dieses Mal ist dieses Wikipedia ganz brauchbar, weil irgendwie auch lustig :

Unermesslicher und rasendschneller Reichtum

Ein Profi, Kurzwort von veraltet Professionist, ist jemand, der im Gegensatz zum Amateur oder Dilettanten eine Tätigkeit beruflich oder zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts als Erwerbstätigkeit ausübt. 

Professionist … ich mag das Wort als solches irgendwie. Ist so ein klein bisschen altherthümlich und aus der Mode gekommen – wie auch Dilettant 😊 Hein ! Die reden da tatsächlich von dir, alte Socke 🫵🏼 …

Geht also sehr deutlich in Richtung Kohle scheffeln. Fachkompetenz, Fertig- und Fähigkeiten, Wissen, Können, Versiertheit, gewisses Mass an Qualität und die reproduzierbar. Problem : Viele, die für irgendwas Geld bekommen und damit auch durchaus in die Lage versetzt werden, ihre Rechnungen davon und daraus zu bezahlen, sind Dilettanten. Ist in visuellen Bereichen fürchterlich weit verbreitet. Kommt noch, warum ich das so sehe.
Prooofi’ – allein schon diese Aura … – Profi wird auf jeden Fall sofort assoziiert und reduziert auf das technische Material, mit dem er scheinbar so seine Mücken verdient. ‘Profi’, das ist der mit dem superfreaky tollen Glitzerblingelingdingdong-Kram aus den Katalogen, oder ? Das ist, wenn ich die Beichten von ganz oben ungeschönt annehme, der eigentlich dahinterstehende Gedanke. « Hätte ich das geile Zeugs, dannnn, ja daaaaaaaaaaan könnte würde fissel brussel schwafel sabber ». Da verschwimmen schon Realität mit feuchtgeträumten Vorstellungen. Kommt auch noch.

Die wahren Profis. Machen. 

Jemand, der auf einem Gebiet über umfassendes Fachwissen und besonderes Können verfügt

Gehört zwar auch noch zur Geldkassette, geht aber sehr gut auch ohne : Der professionelle Umgang in und mit dem Metier. Mit oder für Kunden, Auftraggeber, Käufer, klar. Mit Krisen und Schwierigkeiten, wenn das nicht so läuft oder funktioniert, wie das ‘Programm’ das idealerweise abgespult wissen will, auch irgendwie. Vor allem aber Umgang. Mit dem, was da ausgeübt getan gemacht wird, damit am Ende das rauskommt, was sich anfangs vorgestellt wurde. Merkste was ? So ganz bisschen aus dem Unterbewusstsein ? Fein.

Schpocht

Sportler, der eine Sportart berufsmäßig betreibt. Synonym zu professional, Berufssportler, Profisportler, in gegensätzlicher Bedeutung zu Amateur

Die nehme ich mal mit rein, die Sportler. Und die ganzen Amateursportler mit dazu. Denn die Grundlagen, die beherrschen sie alle. Aufgemerkt : GRUNDLAGEN. ‘Regel’werke, (Spiel-)Abläufe, Bewegungen und so. Wichtig. Oder ? Stimmst mir zu ? Fussball ist mehr, als nur einen Ball treten ? Radsport weiss auch was von Pedale ziehen, oder hab ich das falsch in Erinnerung ? Tanzen ist auch irgendwie mehr, als Dissefox-Hopsen und Pogo. Eishockey hinterlässt am Ende des Spiels durchaus noch Lebende ? Gut. Und der Amateur macht das aus Spass an der Freude, so ganz ohne Kohle, einfach so. Aaaaaaaah ? Ah ! Dämmert was ? Héhé … “The Karate Kid” von 1984 bringt das recht vergnüglich auf den Punkt. (Für die Suchmaschine “wax on wax off purpose”).
Wenn nicht, dann Kappelner Blutgrätsche. Trennt den Typen in vollem Lauf sauber vom Rasen und der wälzt sich dann, wie (hier irgendeinen Namen aus der ersten Bundesliga Fussball eintragen). Unterschied : Ersterer folgt einem schlichten, aber wirkungsvoll brutalem Reflex. Zweiterherer fällt auch um und macht Zuckungen und Grimassen, wenn auch nur irgendwo einer losrennt, und sei es zum Klo. Der hat das immer und immer wieder bis ins Letzte perfektioniert geübt und lässt das so aussehen, als wäre das echt. Hey ! Das ist professionnell (‘In echt’, also wenn das Schienbein in Splitter geht und dieses fiese Geräusch reissender Bänder und Muskeln die Stadionlautsprecher übertönt, das kann der sich trotz aller Millionen gar nicht leisten, weil wenn richtig ausgeführt das Ende einer Karriere … sagen wir mal ‘wahrscheinlich werden könnte’). 

Jetzt mal mischen mischen mischen. Wer gibt ?

Ich bleibe einfach mal beim Sport, weil sowas hoffentlich ein Selbstläufer ist. Sportgerät – Rad, Schuhe, Boot, Brett, Board, so als Beispiele. Du *weisst*, dass die teuersten Puschen, das Zero Gravity Superbike und das beim Anfassen schon beinahe zersplitternde Boot, Brett, Board allein keine olympische Medaille bringen, oder ? Gut. Du *weisst*, dass Du Dich mit technischen Sportgerät auseinandersetzen musst, damit es das macht, was Du von ihm möchtest, oder ? Selbst Puschen werden zumindest ein bisschen eingelaufen, bevor die richtig Strecke sehen, oder hat sich da was geändert, seit ich die an den Nagel hängen musste ?
Okay. Und mit welcher Begründung gehst bei der Kamera davon aus, dass da jetzt Pulitzerpreise nur so rauspurzeln ? Erzähl mal, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Möchte ich echt mal wissen, weil … meine machen das alle kein Stück. Und ich übe mit denen richtig viel. Oder hab ich nur die ‘falschen’, die oberfaulen erwischt ? Dann trag ich die retour, kein Ding.

ERFAHRE HIER ALLES über Profis.

Héhé – dachtest Du etwa, ich könne kein “influencer” ? Kann ich 😉
Meinen Drahtesel kenne ich, inklusive seiner Macken. Ist – ich sag mal eine ordentliche Kiste. Jetzt nochmal Knipse. Ach, da sagen die Profis bei Youtube, dass das Modell da schlechter ist, als das da, weil kleiner Sensor billiger leichter was weiss ich schon ? Das sind doch Profis, oder ? Ja. In Verhökern von Scheiss. Denn die wollen mit ihren Kanälen die Münze klingeln hören. Und werden einen Teufel tun, die reine Wahrheit zu erzählen. Und die wissen, wie irgendwelche bunten Charts und ‘Messwerte’ und Schnick und Schnack wichtig wichtig wirken und glaubhaft und ganz doll toll. Die lügen Dir seltenst was vor. Die ‘vergessen’ immer nur zu erwähnen, dass die Auswirkungen dieser bunten Kurven im echten Leben wenn überhaupt eine homöopatische Rolle spielen. Meistens nur bei irgendwelchen extremen Sonderanwendungen.

aire de tennis
juste une aire de tennis

Erzähl das Hein Tech, dass sein geliebtes Rauschen, wichtig wichtig dynamic range und erst recht Sensorgrösse (sind doch *die* Bildqualität, non ? Schreib mir, wenn ich damit falschliege, bitte. Ich bekomm da nämlich einfach keine verwertbaren Infos zu … Dankeschön 😊) … Also, dass diese ‘Bildqualität’ beim Betrachten von echten Bildern im echten Leben wenn überhaupt, dann nur eine ganz übel untergeordnete Rolle spielt. Interessiert keinen. Echt. Nie.Man.Den. Die Technik ist heute so toll, dass sowas schlicht nicht mehr sofort ins Auge sticht und brennt und suppt. Bildaufbau und -inhalt zählen – visuelle Sachen für ein visuelles Medium. Danach kommt erst einmal ganz lange nichts.

Hein hat von visuellen Wirkungen und Methoden gar keine Ahnung und machte deswegen kürzlich aus dieser Aussage ein « Wenn du nun erzählst, dass Bildqualität “niemanden im Technikforum rund um die Fotografie interessiert”, disqualifizierst du dich nochmal etwas mehr für mich. » Meint der ernst. Hat der sich so hingedreht und meint, er hätte mit seinem weichgekochten Bildqualitäts-Resthirn irgendwas auf seiner Seite. Echtes Leben mit Technikforum gleichzusetzen, das ist schon harter Tobak. Ich glaube, da kommt selbst der Tierarzt mit einer treffenden Beschreibung ins Schleudern 😜.

DAS GEHEIME WISSEN DER SUPER-INFLUENCER.

Hein hat auch fleissig Filmchen von Profis gepostet, um seine Wichtigkeit zu zementieren. Titelbild für die Videos : Grinsebacken. Weit aufgerissene Augen und ein – ‘erstaunt’ soll das wohl sein – aufgerissenes Gebiss, da kannste nachgucken, wie aufgeräumt die Magenkuhle ist. Fehlt nur noch gezackt eckiger, zappelnder Rand um die Figuren (war glaub 2013, 14 mal voll hip. Und voll nervig, bis heute – wird nämlich noch gemacht, sowas. Ernsthaft, gibt es noch). Ich weiss aber, dass der Inhalt Plunder sein wird. Zeitverschwendung. Wer auf die Tour clickbait betreibt, der hat übelst Schwierigkeiten, brauchbaren Inhalt zu vertickern. Bilder werden gezeigt, natürlich passend zur Aussage. Mit ziemlicher Sicherheit auch noch aufgehübscht, damit das möglichst doll deutlich wird.
Lass das hörbare Luftholen, ich hab da lange genug mitgemischt. Nicht dieses plump billo gammeligen-Fisch-Verramschen, aber mitgemischt … Und wenn der die das Doppelpunkt Sternchen innen (d) neben diesem Youtube-Plunder dreimal fachlich echt was auf dem Kasten haben sollte – clickrates zählen. Und *nur* die. Werd mal wach, ey !
Kannst auch gleich Drohne über Tannenspitzen, viehischer Cyanstich, schmaler Weg, natüüüürlich VW-Bus aus den Spätsiebzigern, gerne älter, wenn man das bezahlt bekommt … geht auch sofort aus, bei mir. Einstieg vergeigt, das wars. Wer da will, dass so Leute wie meiner einer bei der Stange bleiben, der sollte sich schleunigst was einfallen lassen. Andererseits weiss ich aber auch, dass die wissen, dass ich kaum die Zielgruppe bin. Denn die will nur diesen technischen Plunder hören und sehen, damit kannst beim Stammtisch auftrumpfen, alles andere ist ja mit Arbeit verbunden und doof. Nee, genau die sollen clickrate und damit den irren Mammon bringen. Und sie tun es. Mit einem Strahlen im Gesicht, dass Lillyfee inclusive dieses Einhorndingens blass aussehen.

DER TOP-MEGA-SCHNELLE WEG ZU ERFOLG UND GLÜCK.

Wenn Du Dich da ein wenig ‘reinhängst’, dann präsentiert Dir der Algorithmus gleich eine ähnliche Nummer von noch viel professionelleren Profis. Und dann noch eins und noch eins und … irgendwann biste so stumpf und dumm gemacht worden, bis Du das für bare Münze nimmst. Dilettanten wie dieser Hein (High) Techforenprofi kaufen dann auch. Vor allem das vermittelte Gefühl, mit dem neuesten Krempel wüchse Wissen in den Himmel. Sofort. Da glaubt er wohl wirklich dran … Und Pulitzerergebnisse gibt das ab drei Stück umsonst dazu, Affiliate-Links unten antackern. Aber schwer wichtig einen vom Pferd erzählen. Lemming trifft es eher, ist aber übelst heftig diskriminierend 🥳 . Für den kleinen Flauschi.
In diesen Foren ist das die gleiche Masche und wer da ‘Hilfe’ sucht und keinen Plan von gar nichts hat, der übernimmt das dann auch freudig, weil ‘die da ja Ahnung haben’. Haben sie keine, das ist das Fatale. Zumindest die, die da am fleissigsten bölken, die haben von dem, auf das es eigentlich ankommt, keinen Schimmer. Dann führt das halt zu sowas : “Fürs Gefühl und den Genuss des Vorgangs des Fotografierens die Fuji (mit der ist es eine andere Art zu fotografieren, eine aus der « guten alten Zeit »)  und wenn es Top-Ergebnisse werden sollen, dann kommt ganz klar Canon in die Tasche”.

🧐🤨🤣

🤭.

Und es *muss* gefühlt das teuerste und beste Geraffel sein, weil sonst kannst das Gesamtvorhaben gleich mal sowas von vergessen. Undurchführbar. Mindestens brauchst das aktuellste Gerätedingen. Wasserdicht sowieso.  

Teufel hat die wirklich echte Realität entdeckt. Rücktritt erwartet.

Das ist ungefähr so, als würdest Du Dich ohne jegliches Nachdenken gegen diesen seit drei Wochen anhaltenden, widerlich kratzenden Schnupfen mit Auswurf von jemandem behandeln lassen, der neulich mal ein Tutorial geguckt hat, wie das in den Griff zu bekommen ist. Oder deinen fahrbaren Untersatz auf einen trübbefunzelten Hinterhof schiebst und hörst “Ich hab kein aus Bildung und das auch noch nie näher betrachtet, aber im Youtube hab ich mal gesehen, wie das wieder heile geht.” Huiii, wie wird da die Karre doch gerne abgegeben und die vielen Scheinchen hingeblättert.
Du lachst ? Im visuellen Bereich funktioniert die Masche. Schneller, als Du per Enkeltrick den Prinzen aus Nigeria mit dem Milliardenerbe ehelichen kannst.

Meine ‘aktuellste’ Kamera wird demnächst acht 🎂🥂. Hat sich bisher keiner drüber beschwert, was mit dem Ding fabriziert wurde. Nicht mal eine kleine, ketzerische Anmerkung. Nüscht. Ich bin beinahe etwas beleidigt. Also, mindestens enttäuscht. Hat denn von den ganzen angeblich professionellen Auftraggebern und Kunden wirklich so gar keiner Ahnung von auch nur irgendwas ? Disqualifizieren sich ja beinahe 😂 Und wie ich überhaupt an so Sachen rankomme, wo ich ganz klar nicht mal eine Canon habe (und mir auch keine ins Haus kommt. Ich hab Pickel gekriegt, beim Anfassen. Mag sich vielleicht geändert haben inzwischen, aber wozu den Glashaufen nur dafür nochmal neu ? Quatsch wär das. Sony bleibt als Fotoknipse auch raus. Die sind hässlich und haben doofe Kanten.).
Ich muss echt nachdenken, aber mir fällt aus meinem Umfeld kein Fotograf ein, der das neueste vom Neuen hat. Nee, hat keiner. Nicht mal die vom Fussballplatz und die machen richtig Bilderdurchsatz. Die Mühlen gehen zum Service, bis es von da heisst “Können wir nochmal versuchen, aber ……… ” “Och büdde büdde büdde” 😉 Da muss was so richtig ernsthaft dran kaputtgehen, bis was Neues in die Tasche wandert. Ich mein, wir reden über eine Verlängerung der Hand, das schmeisste nicht mal eben so weg, wie ein Papiertaschentusch mit dem Rotz und dem Auswurf von eben drinnen drinne. Macht von uns keiner.
Glaube, das aktuellste Modell … zwei Jahre ? Zwei Jahre kommen wohl hin. Und man sieht es den Apparaten an, den täglichen Gebrauch und die Streicheleinheiten. Jedes Stück kann mächtig was erzählen. Auch Sachen, nach denen nachts lieber das Licht anbleibt. Sonst Geister von unter den Betten und so.




Read The Fuckin' Manual

Oder doch nicht ? Beschäftige Dich mit der Kamera, bis sie aus dem Weg ist und ‘einfach so’ funktioniert, wie Du Dir das vorstellst. Ist eine Sache von ein paar Wochen, bis die absoluten Grundschalter und -rädchen in muscle memory umgewandelt sind. Etwas länger dauert das, bis auch der Kram aus den fiesen Tiefen der Menüs mal durchdrungen ist. Das allerwenigste davon wirst Du tatsächlich brauchen, es aber zu kennen (und gegebenenfalls irgendwann auch noch zu erinnern), das kann ab und zu brauchbar sein. Und weil Du das recht flott erkennen wirst wegen dieser Auseinandersetzung mit dem Ding, stellst Du fest, dass es ‘was Einfaches’ ganz hervorragend tut. Dass das Vorgängermodell höchstwahrscheinlich schon total irre ist mit seinen Möglichkeiten, die Du eh nicht mal im Ansatz so ausnutzen und an den Rand des Brauchbaren pushen wirst, dass es am Gerät liegt, sollte sich etwas als nicht umsetzbar herausschälen. Zeit ISO Blende und einigermassen ordentlich aufzeichnen, das reicht für nahezu alles mehr als. (by the way : Es interessiert im echten Leben keinen, was für eine Kamera Du benutzt. Keinen.) Damit hast dann die Puschen, das Rad, das Boot, das Brett, das Board einigermassen im Griff. Das Gerät.

Ach ja, eine Kleinigkeit noch

Das Werkzeug ist von Bedeutung. Die Auswahl des Werkzeugs ist wichtig. Du musst eine emotionale Bindung zu dem Ding aufbauen können, es gerne in die Hand nehmen wollen, mit den wesentlichen Sachen vertraut werden können. Wenn Du das Ding nicht gerne anfassen magst, wirst Du damit nicht arbeiten wollen. Du wirst die Arbeit nicht mögen. Und wenn es der Welt bestes Blinkifancysuperdupercraziest Stück Technik ist, Du wirst damit nur missmutig arbeiten. Die Ergebnisse werden murksig werden. Weil Du genervt bist, von oder mit dem Ding. Unterschwellig, latent genervt reicht völlig. Psychologie.

Wie eine Hose, die zu eng ist, im Schritt. Ziehst auch eher ungern an, oder ? Woher wusste ich das ?
So, nun aber ! Freudig losgelegt und zack ! aus der Puste. Irgendwie fehlt noch was, oder ? Sag bloss ! … verwegener Gedanke.

Training

Bei den Sportlern ist das jetzt der geile Teil, endlich geht das los, endlich kann man da was aufschreiben und die Fortschritte begucken, zu Ostern zum Beispiel. Es wird sich was tun, wenn Du heute anfängst. Wiiiiird es und Du weisst das auch 😌.
Zum Beispiel, ‘automatisch’ ordentlich belichtete Bilder hinzubekommen. Oder scharfe. Oder nur das Hauptmotiv scharf und Rest werden wahnsinnig schnelle Streifen. Oder lustig wabernd. In Sachen Bild sind das die Dinge, wie ich Gefühle und Empfindungen mit dem Gerät ‘umsetzen’, darstellen kann, statt nur zu ‘dokumentieren’, mit wem und wer ich wo gewesen bin und wie das Wetter da war. Sowas geht. Ganz hervorragend, gar. In Sachen Bild ist das auch ‘Ästhetik’ wie Licht, Texturen, Farbe etc. herausstellen / hervorheben, jeweils mit allem, was sich da dranhängen kann. Sind alle so ein ‘Kerngeschäft’ der Fotografie.
Der Amateursportler macht das mindestens einmal die Woche ein paar Stunden, gerne zweimal, oder ? Profis ‘üben’ sowas täglich. Und ausdauernd. Bis es klappt. Und dann solange, bis es ‘auch so’ klappt, ohne grossartig Hirn deswegen zu bemühen.

Für Hein zählt ‘Bildqualität’. Vom Datenblatt. Am Monitor, Maus in der Hand, 400%. Und ihm ist offenbar dann sofort nur noch wichtig, was es um sechs zum Abendbrot gibt. Empfindet der auch was bei, bin ich mir sicher. Aber das zum Ausdruck bringen zu können … Training ? Hat der Profi in diesen Videos kein Wort drüber verloren …

You cannot change what you do not know exists.

(Hein bricht fleissig Regeln. Postuliert er gerne und dann auch laut. Die Frage ist nur : Welche eigentlich ? Kennt doch eh keine 🥴)
In Anlehnung an den Ballsport wären da jetzt so Sachen wie Pässe, ordentliches Zuspiel, vernünftige Annahmen … Ach kuck ? Da nickste zustimmend ? Ja ja. Gut. Und die kleinen Tricksereien, da biste auch hinterher und eignest Dir die an und übst fleissig und so lange, bis das sitzt ? Näääääääää, sag bloss ? Ach, das macht Dich ‘besser’ und gewitzter und ist sowieso geil ? Kuck an. Hammer, wie sich Dinge mit einem Male gleichen, oder ? Bleib dran, bleib dran, sowas sind Grundlagen. Und ich verrate es Dir : Das sind die ersten Schritte auf dem Weg zum professionellen Umgang mit dem Wunderkasten. Das wird dieses ‘besondere’ Können. Echt. Kann nicht jeder, macht nicht jeder. Daher ‘besonders’.

Dear artists, CONSISTENCY is often an unglamorous endeavor, but it will get you there. KEEP GOING.

Der Thüp mit der Nummer Neun

Grundlagen sitzen und so allmählich dürstet es nach was ‘Besonderem’ ? Ran an die Aufgabe. Stört Dich kein Stück, dass da wieder viel Training für nötig sein wird. Die Mannschaft wird es freuen. Und Dich selbst erst. Stolz wie Bolle ! Vollkommen verdient. Guck mal den Spacken mit der 26 auf dem Hemd. Das ist Hein. Der mit den dicken Backen, der vom theoretischen Kram alles irgendwie ein bisschen kann. Der für die Bank. Der bleibt da, weil seine Trainingspraxis … nun ja … “semi” ist nett ausgedrückt. Auch so bei Bildern. Der hat die dicke neue Supertrööööötkiste und der Auswurf ist irgendwie immer noch auf Niveau Vorschule. Das weisst Du jetzt ja auch schon. Lange genug mit angeguckt, das elendige Trauerspiel.
Hein kann aber alle Punktsiege seit 1929 aufzählen. Und in welcher Minute mit welcher Geschwindigkeit aus welchem Winkel was in welches Eck gefeuert wurde. Hat er Interesse dran, findet er faszinierend, ist voll sein Steckenpferd. Warum er das bei seinem Metier in Sachen Bild unterlässt ? Gar verabscheut, offenbar ? *Schulterzuck* – Keine Ahnung. Gehört doch irgendwie mit dazu, sagst Du ? Klar, auf gehts ! Ist geil, macht Laune, kannste was von abgucken, Ideen sammeln, nachmachen vielleicht. Klappt nicht im ersten Anlauf ? Bleibste halt dran, bis Du hinter das Geheimnis gekommen bist. Nummer Neun hat eine spezielle Position. Und willst die behalten, wirst was dafür machen, klarer Fall. Sonnenklar. Souveräner Umgang mit der Technik und ein paar Dingen mehr, Aufbau, Storytelling, psychologische Wirkungen und was wann wie eingesetzt und gemacht werden kann … visuelle Kommunikation. Wissen andere weniger von, können sie weniger oder weniger gut, aber Du ? Das ist Dein Ding, das flutscht. Professioneller Umgang, da ist der schon wieder. Fachwissen, gar. Bleib am Ball und mit der Zeit wird das dieses ’umfassende Fachwissen’, das einen Profi ausmacht. 

Rahn könnte schiessen ! Und RAHN SCHIIIIESST !

Haste das verdaut ? Das, was einen Profi vom Kamerabesitzer unterscheidet ist : der Pro hat begriffen, dass Fotografie in erster Linie ‘Bild’ ist. Und er hat verstanden, dass auch das wie alle anderen Sachen auf dieser Welt etwas mit andauernder Übung zu tun hat. Mit Neugier, mit sich reinknien. Vor allem in die ganzen hübschen Sachen, die es so spannend und immer wieder neu und abwechselungsreich sein lassen, abseits des Arbeitsgerätes.
Völlig bekloppt in meinen Augen ist, dass dieses mit ‘ständig am Ball bleiben’ auch für jeden eine Selbstverständlichkeit ist. Nur wenn die einen schwarzen Kasten in die Hand bekommen, dann ist schlagartig Ende damit.

Deine fotografischen Werke werden sich umgehend von der Masse abheben, wenn Du auch nur ein bisschen in diese ‘professionelle Richtung’ hinarbeitest. (Und sie werden sofort und sichtbar ‘anders’ als die Masse an Knipsereien, wenn Du von höher oder tiefer als Stehhöhe … )
‘Profiliga’ wird das, wenn Du etwas von visueller Kommunikation verinnerlichst. Viele werden schon einen gewaltigen Schritt nach vorne machen in dem Moment, in dem ihnen aufgeht, dass es tatsächlich um die Bilder geht. Die dafür erforderliche Technik spielt eine Rolle, unbestritten. Aber bei Weitem nicht die, die ihr angedichtet wird. Eher, wie Du sie zu benutzen weisst, um Deine Vision zu zeigen.
Schiet was auf Zaster. Das ist das Schöne am Dasein des Amateurs : der braucht sich um den ganzen Kram, der so 80–85% der Zeit eines professionellen Tages verdaddelt, keinen Kopp zu machen. Bis Du als Pro den Luxus hast, das rein zeitlich runterzufahren und tatsächlich deutlich mehr hinter und mit der Kamera zu machen, das dauert. Richtig. Lange. Augen zu, durchbeissen. Und die, die von sich behaupten, sie seien Pro fürs Finanzamt und ansonsten Amateur, die haben es geschafft. Die ‘leben’ ihre Bilder. Für ihre Bilder. Noch mal eine besondere Spezies 😚 Hein Tech bleibt diese Welt verschlossen, solange seine Liebhaberei nur Elektronik und so ist. 

The idea behind my pictures is to communicate a moment of feelings and emotions.
It is never about demonstrating my technical skills.

Es braucht mehr als 30 Minuten, um ‘gut’ zu werden (… wobei … wenn Du das täglich machst … das schafft richtig was, mit der Zeit), besteht aus deutlich mehr als « 10 Profigeheimnisse zum Erfolg » geguckt oder gelesen zu haben, macht irrsinnig viel Spass und vor allem ist das Allerwenigste eine Frage der Ausrüstung und jeder Menge rausgeschleuderten Geldes.
Eher Köpfchen, Neugier, ‘Spieltrieb’ und Durchhaltewillen.

Und dann dieses Gefühl, wenn wer sagt « Jo, so wird es da sein. Kann ich mir richtig gut vorstellen. Ich riech die Auslage. Und höre den Wind rascheln. » Oder « Mama hat gesagt, “das ist meine Tochter”. Soll ich Dir weitersagen. ». Da hatte ich ein ganz klein wenig Wasser in den Augen. Anderthalb Meter über Normal. Gefühlt 😘.




Das alte Törchen bekommt vorsichtig einen Tropfen Öl. Der Blick wandert über die Umgebung.
Eine Möwe streicht dicht über dem Wasser dahin und versucht, diesen Augenblick zu verstehen.




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